Treffen sich vor Weihnachten: Liverpool-Coach Jürgen Klopp (l) und ManCity-Trainer Pep Guardiola. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Martin Rickett/PA Wire/dpa)

Pep Guardiola gegen Jürgen Klopp. In England steht nur vier Tage nach dem Finale der Weltmeisterschaft der nächste Festtag an.

Das Duell zwischen Manchester City und dem FC Liverpool im Achtelfinale des Ligapokals an diesem Donnerstag ist – zumindest vom Papier her – ein echter Knaller. Es verdeutlicht aber auch einmal mehr den Irrsinn, der bei der Spielplangestaltung im internationalen Profi-Fußball mitunter herrscht. 

Mehr Spiele, mehr Vermarktungsmöglichkeiten, mehr Einnahmen: So sieht der eine Teil der Rechnung aus. Die Spieler kassieren in der Regel gut mit, zahlen aber auch ein Stück weit den Preis. Denn die Erholungszeit wird immer kürzer, die Verletzungsgefahr immer größer. Und nicht nur Star-Trainer wie Guardiola oder Klopp schlagen deshalb immer öfter Alarm.

Guardiola: «Verrückt»

«Diese WM findet zu einem falschen Zeitpunkt statt, aus falschen Gründen», hatte der frühere Dortmunder Meistercoach Klopp schon vor dem Turnier in Katar gesagt. «Jeder weiß, dass es nicht richtig ist. Aber niemand spricht oft genug darüber, dass es sich ändern wird. Es muss sich etwas ändern», hatte der 55-Jährige den Umgang mit der stetig steigenden Belastung für die Spieler kommentiert – und einen Vergleich zur Klimakrise gezogen. Auch bei dem Thema wüssten alle, «dass wir etwas ändern müssen», betonte der Liverpooler Trainer. Nur passiere zu wenig. Guardiola, einst beim FC Bayern München und seit 2016 in Manchester unter Vertrag, hatte die Termin-Hatz ebenfalls kritisiert und die WM zur Adventszeit «verrückt» genannt.

Wie viele ihrer jeweiligen WM-Teilnehmer die beiden Erfolgstrainer diesen Donnerstag auf den Rasen schicken und wie viel Spitzenspiel demnach wirklich in der Partie steckt, wird sich zeigen. Im Ligapokal dürfen ohnehin öfter auch mal die Reservisten ran.

So freut sich zumindest schon mal Liverpools Ersatztorwart Caoimhin Kelleher auf das Spiel. «Wir wissen, dass wir direkt ans Werk gehen und voll durchstarten müssen, um uns einen guten Start und eine gute Basis zu geben, um für den Rest der Saison weiterzumachen», sagte der Ire den vereinseigenen Medien.

Nach der Partie in Manchester warten auf die Reds am 26. Dezember, dem legendären Boxing Day, und am 30. Dezember noch zwei Premier-League-Partien vor dem Jahreswechsel. Und am 2. Januar geht’s in der Liga direkt weiter.

«Der Boxing Day wird durchgezogen, als hätte es keine WM gegeben. Da fragt man sich schon: Geht’s noch?», sagte der Kölner Trainer Steffen Baumgart kürzlich dem «Kicker». Die Bundesliga ist der Spätstarter unter den europäischen Topklassen und nimmt erst am 20. Januar mit dem Duell zwischen RB Leipzig und den Bayern den Spielbetrieb wieder auf. Der Deutschen Fußball Liga könne man ob der Terminplanung «ein Kompliment» machen, hatte Bundestrainer Hansi Flick kurz vor der WM daher gesagt.

In Frankreich geht’s zwischen Weihnachten und Neujahr wieder los, in Italien finden die ersten Partien nach der WM am 4. Januar statt. Die Engländer und Spaniern gehören zu den absoluten Frühstartern: Schon am Dienstag gingen dort wieder die ersten Pokal-Partien über die Bühne. Jene Bühne, auf der es dem Fußball-Weltverband FIFA zufolge künftig möglichst noch mehr Spiele geben soll. Und noch mehr Wettbewerbe. Und noch mehr Einnahmen.

Christoph Lother, dpa
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