Jamie Bynoe-Gittens (3.r.) erzielte das dritte BVB-Tor im Borussia-Duell. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)

Schwacher Start, starke Reaktion: Borussia Dortmund hat die drohende Herbstkrise mit viel Leidenschaft vorerst abgewendet. Nach zuletzt bedenklichen Vorstellungen und drei Bundesliga-Spielen ohne Sieg gelang dem Team von Trainer Edin Terzic ein spektakuläres 4:2 (3:2) im Westklassiker gegen Borussia Mönchengladbach.

Selbst ein früher 0:2-Rückstand durch die Treffer von Rocco Reitz (13.) und Manu Kone (28.) brachte den BVB diesmal nicht aus dem Konzept. 

Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgten Marcel Sabitzer (30.), Niclas Füllkrug (32.), Jamie Bynoe-Gittens (45.) und Donyell Malen (90.+7) am Samstag für die umjubelte Wende. Der Erfolg besserte einen Tag vor der Mitgliederversammlung die Stimmung merklich auf und stärkte die Zuversicht für den Champions-League-Auftritt bei der AC Mailand am Dienstag.

Dagegen ist der Aufwärtstrend der Gäste beendet. Nach zuvor vier Pflichtspielen ohne Niederlage gingen die Gladbacher in Dortmund mal wieder leer aus – wie schon in den vergangenen zehn Gastspielen an gleicher Stätte.

Früher Rückstand

«Wir wollen heute nicht nur das Spiel gewinnen, sondern auch unseren Zuschauern etwas zurückgeben», hatte Trainer Terzic kurz vor dem Anpfiff bei Sky mit Blick auf den schwachen Auftritt in Stuttgart angekündigt. Die auf vier Positionen veränderte Startelf fand jedoch nur schwer in die Partie. Bereits in der 3. Minute verhinderte Gregor Kobel bei einem Schuss von Luca Netz den frühen Rückstand.  

Knapp zehn Minuten später war jedoch auch der Dortmunder Schlussmann chancenlos. Mit einem einfachen Steilpass von Alassane Plea auf Reitz war die BVB-Abwehr überlistet. U21-Nationalspieler Reitz veredelte den Angriff mit einem Flachschuss ins lange Eck. 

Der frühe Rückstand machte dem BVB zu schaffen und verstärkte die in Stuttgart entstandene Verunsicherung. Ein Treffer von Plea zur vermeintlichen 2:0-Führung der Gäste wurde wegen einer knappen Abseitsstellung noch aberkannt. Gleichwohl blieb Gladbach am Drücker und schockte den BVB ein weiteres Mal. Kone ließ seine Gegenspieler Mats Hummels und Julian Ryerson stehen und traf aus 14 Metern.

Dortmund holt auf

Erst danach erwachte der BVB und reagierte bei strömendem Regen mit viel Leidenschaft. Binnen drei Minuten war der Rückstand egalisiert. Zunächst beförderte der österreichische Nationalspieler Sabitzer eine Flanke von Julian Brandt per Dropkick ins gegnerische Tor. Kurz darauf bediente der für den erkrankten Karim Adeyemi ins Team gerückte Bynoe-Gittens Torjäger Füllkrug per Kopf. Der anschließende Schuss des Torjägers aus 14 Metern ins lange Eck brachte die Dortmunder zurück in die Partie. 

Damit nicht genug. Kurz vor der Pause schlug der BVB ein weiteres Mal zu. Nach einem Fehlpass von Kone landete der Ball über Reus und Füllkrug bei Jungstar Bynoe-Gittens, der sein Team mit einem platzierten Flachschuss in Führung schoss.

Anders als die erste Halbzeit begann die zweite Hälfte weniger wild. Mit viel Ballbesitz versuchte der BVB, die Partie zu beruhigen und kam dabei sogar zu zwei Chancen durch Füllkrug (52.) und Bynoe-Gittens (54.). Beim Freistoß von Reus (56.) an die Latte war das 4:2 besonders nahe. Die mangelnde Chancenverwertung des Gastgebers ermutigte die Gladbacher zu mehr Offensive. Doch bei allem Bemühen blieben die Gäste ohne Erfolg. Stattdessen setzte Malen mit seinem Kontertor für den BVB den Schlusspunkt.

Von Heinz Büse, dpa
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