Um die Freiheiten von Spielervermittlern im Profifußball geht es in einer Verhandlung des Bundesgerichtshofs. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Uli Deck/dpa)

Um die Freiheiten von Spielervermittlern im Profifußball geht es in einer Verhandlung des Bundesgerichtshofs an diesem Dienstag (11.30 Uhr) in Karlsruhe.

Der Deutsche Fußball-Bund und die Spielerberater-Agentur Rogon von Roger Wittmann (Frankenthal) führen seit Jahren einen Rechtsstreit, der nun endgültig entschieden werden soll. Offen ist, ob es gleich ein Urteil gibt.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main hatte im November 2021 Teile des DFB-Reglements für Spielervermittler für unwirksam erklärt. Es urteilte aber auch, dass die Berater für die Vermittlung von minderjährigen Talenten weiter keine Provisionen kassieren dürfen.

Grundsätzlich stellt sich in dem Prozess die Frage, ob sich Agenten im Fußball dem Verbandsrecht unterordnen müssen oder ob sie nach dem Grundsatz der freien Marktwirtschaft agieren dürfen. Mit ihren Revisionen wenden sich die Kläger und der DFB gegen das Berufungsurteil, soweit zu ihrem Nachteil erkannt worden ist.

Angebliche Verstöße gegen Kartellverbot

Die Kläger sind der Auffassung, dass bestimmte Regelungen unter anderem gegen das Kartellverbot verstoßen. So wehren sie sich gegen die Vorgabe des 2015 eingeführten DFB-Beraterreglements, sich beim nationalen Verband registrieren lassen zu müssen. Die Deutsche Fußballspieler-Vermittler-Vereinigung (DFVV) unterstützt die Klage ihres Mitglieds Wittmann. 

Wittmann gehört zu den einflussreichsten Spielerberatern im deutschen Fußball. Der 62-Jährige hat in den vergangenen Jahren vor allem lukrative Geschäfte mit dem Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim gemacht. So wechselte in diesem Winter der französische Stürmer Georginio Rutter in die englische Premier League zu Leeds United. Nach Medienberichten kassiert die TSG dafür mindestens 28 Millionen Euro, die Ablöse könnte sich aber auf bis zu 40 Millionen steigern. Wittmann wird ein enges Verhältnis zu Hoffenheims Mehrheitseigner und Mäzen Dietmar Hopp nachgesagt.

Das Treiben der meist öffentlichkeitsscheuen Agenten ist nach Ansicht von Kritikern längst aus dem Ruder gelaufen. In der Bundesliga gaben die Clubs nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Geschäftsjahr 2021 zwischen 32,78 Millionen Euro (Borussia Dortmund) und 878.000 Euro (VfL Bochum) für Vermittlerdienste aus. Im internationalen, milliardenschweren Transfergeschäft waren es 2022 insgesamt rund 586 Millionen Euro  – knapp ein Viertel mehr als noch im vergangenen Jahr. Dies hatte der Weltverband FIFA im Dezember mitgeteilt.

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