Die Spieler des FC Bayern München freuen sich über das Tor zum 2:0 durch Serge Gnabry (3.v.r). (Urheber/Quelle/Verbreiter: Friso Gentsch/dpa)

Die Profis des FC Bayern klatschten zufrieden in Richtung der eigenen Fans, die sich schon ganz sicher sind.

«Deutscher Meister wird nur der FCB», sangen die mitgereisten Münchner Anhänger nach dem 3:0 (2:0) bei Arminia Bielefeld – der Weg zur Meisterentscheidung im Topspiel ist bereitet. «Den Titel wollen wir auf jeden Fall holen, gerade dann nächste Woche zu Hause gegen Dortmund», sagte Joshua Kimmich bei DAZN. «Das ist das oberste Ziel.»

Mit einem Sieg gegen den BVB sind die Münchner zum zehnten Mal in Serie Meister. Das bittere Aus in der Champions League war am Ostersonntag schon wieder ein Stück weiter weg. «Das war natürlich ein Stück weit Frustabbau», sagte Torschütze Serge Gnabry über die Bundesligapartie. «Aber im Endeffekt geht es immer weiter im Fußball. Heute war es ein neues Spiel, unser Ziel war, es zu gewinnen. Und das haben wir gemacht.»

Trainer Julian Nagelsmann urteilte, «am Ende war es ein verdienter Sieg, aber es wurde zäher hinten raus, als es sein musste». Es sei «dann auch okay, wenn man ein Spiel in Bielefeld auch einfach mal runterspielt, auch wenn es irgendwann am Ende dann nicht mehr so attraktiv ist».

Arminia kämpferisch gut, Bayern spielerisch besser

Ein Eigentor von Arminias Jacob Laursen brachte die Bayern schon in der 10. Minute in Führung. Gnabry (45.+7) und Jamal Musiala (85.) erzielten die weiteren Treffer für die Münchner. Vor 26.419 Zuschauern auf der Bielefelder Alm hielten die Gastgeber kämpferisch dagegen, konnten spielerisch aber nicht mithalten. «Ich glaube, dass das Spiel nicht so schlecht war», sagte Patrick Wimmer.

Bei noch vier ausstehenden Partien hat die Arminia zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und drei Zähler auf Rang 15. Mittelfeldspieler Fabian Kunze musst nach einem harten Armeinsatz des Münchners Tanguy Nianzou mit einer Kopfverletzung vom Platz getragen werden. Wie die Arminia mitteilte, gehe es dem 23-Jährigen schon wieder besser. Er sei stabil, wurde aber zur Sicherheit für Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

Die Münchner spielten von Beginn an überlegen. Die erste Großchance von Robert Lewandowski lenkte Bielefelds starker Torwart Stefan Ortega noch spektakulär an Latte und Pfosten. Beim 0:1 war er dann machtlos. Verteidiger Laursen beförderte den Ball unfreiwillig über die eigene Torlinie.

Kahn: «Kein vorzeitiger Lewandowski-Wechsel»

Immer wieder suchten die Bayern Thomas Müller, den aufrückenden Marcel Sabitzer oder Lewandowski im Sturmzentrum. Über die Zukunft des Weltfußballers und einen möglichen Transfer zum FC Barcelona hatte es zuletzt Spekulationen gegeben. Einen vorzeitigen Wechsel Lewandowskis im Sommer hatte Vorstandschef Oliver Kahn allerdings ausgeschlossen. «Wir wollen, dass er möglichst lange beim FC Bayern München bleibt», sagte Kahn am Sonntag im Sport1-«Doppelpass».

Vor den Augen von Bielefelds Rekordtorschütze Fabian Klos, der nach seiner schweren Kopfverletzung als Fan im Stadion mitfieberte, wurden die Ostwestfalen nur ab und an per Konter gefährlich – zielten dann jedoch nicht genau genug. Bei den Münchnern hatten Leon Goretzka und Sabitzer weitere gute Chancen auf das zweite Tor. Schon während der ersten Hälfte sangen die Bayern-Fans im prall gefüllten Gästeblock von der Meisterschaft.

Erneut Kopfverletzung bei einem Bielefelder

Kurz vor der Pause wurde es turbulent: Erst zählte der vermeintliche Ausgleich von Masaya Okugawa wegen einer Abseitsposition nicht, dann musste Kunze lange behandelt werden und schließlich gelang Gnabry in der siebten Minute der Nachspielzeit das 0:2. In den vergangenen Wochen hatten bereits die Arminen Klos und Cédric Brunner Kopfverletzungen erlitten.

Die Bayern gingen nun in den Verwaltungsmodus. Nach vorne passierte nicht mehr viel, hinten kam Bielefeld ab und an zu Abschlüssen. Wirklich gefährlich wurde es aber selten. So brachten die Bayern den Erfolg ungefährdet über die Zeit – zumal Musiala nach seiner Einwechslung (61.) noch erfolgreich war. Die Münchner können sich nun auf das Duell Erster gegen Zweiter mit dem BVB freuen.

Von Thomas Eßer, dpa
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