Der Mainzer Moussa Niakhate (r) jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 mit Karim Onisiwo. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Torsten Silz/dpa)

Nach dem glücklichen 2:0 (0:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim feierten die Profis des FSV Mainz 05 gemeinsam mit den treuen Fans den sportlichen Befreiungsschlag und einen besonderen Vereinsrekord in der Fußball-Bundesliga.

Zum vierten Mal in Serie blieben die Rheinhessen zu Hause ohne Gegentor – das gab es in der Mainzer Bundesliga-Historie zuvor noch nie. «Jetzt sind wir wieder dort, wo wir hinwollen. Der Sieg war sehr, sehr wichtig für das Team», sagte FSV-Sportdirektor Martin Schmidt.

Jokertor und Handelfmeter

Joker Jae-Sung Lee in der 79. Minute und Kapitän Moussa Niakhaté (83.) per Handelfmeter trafen vor 6800 Zuschauern für die Hausherren, die sich mit 30 Punkten weiter aus der unteren Tabellenregion absetzten. Es war für die Mainzer der 33. erfolgreiche Versuch vom Punkt nacheinander – Bundesligarekord! «Hoffenheim war die bessere Mannschaft. Aber wir müssen uns für nichts entschuldigen», sagte 05-Trainer Bo Svensson. «Ich hoffe, der Sieg gibt uns einen Schub für die kommenden Wochen.»

Die internationalen Ambitionen der Gäste erhielten dagegen einen weiteren Dämpfer. Durch die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie verpasste die TSG den möglichen Sprung auf einen Champions-League-Platz und ist mit 31 Zählern Achter. «Es nervt. Wir waren in weiten Phasen überlegen, haben aber unsere Chancen nicht genutzt. Und dann schlägt der Gegner eiskalt zu», sagte Hoffenheim-Trainer Sebastian Hoeneß und fügte hinzu: «Wir sind angefressen. Wir müssen die Dinge jetzt noch mehr erarbeiten und schauen, wieder Spiele zu gewinnen.»

Mainzer Verunsicherung zum Start

Vor dem Anpfiff gedachten beide Teams, die mit Trauerflor spielten, den zu Wochenbeginn in Rheinland-Pfalz ermordeten Polizisten. Danach hatten insbesondere die Hausherren zunächst Schwierigkeiten, sich auf den Fußball zu konzentrieren. Den Mainzern war die Verunsicherung nach mehreren Negativerlebnissen vor der zweiwöchigen Liga-Pause deutlich anzumerken. Die Gäste machten dagegen zu Beginn ordentlich Druck und hätten früh in Führung gehen können. Georginio Rutter, der für Christoph Baumgartner in die Startelf rückte, traf in der vierten Minute mit einem Kopfball aber nur den Pfosten.

Dies blieb der einzige Höhepunkt in der ersten Halbzeit, in der sich das Geschehen größtenteils zwischen den Strafräumen abspielte. Beiden Teams fehlte es an Tempo und Kreativität, um die gegnerischen Abwehrreihen ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Das änderte sich nach der Pause. Wieder erwischten die Gäste den besseren Start. Munas Dabbur (47.) traf per Kopf erneut nur den Pfosten – es war bereits der 14. Aluminiumtreffer der Kraichgauer in dieser Saison. Kurz darauf scheiterte Andrej Kramaric an FSV-Torwart Robin Zentner. «Es geht um Tore und die haben wir nicht erzielt», sagte der kroatische Stürmer nach dem Abpfiff.

Entscheidung in der Schlussphase

In der Schlussphase schloss der eingewechselte Lee den schönsten Mainzer Angriff im Spiel mit einem satten Schuss unter die Latte ab. Als wenig später Dennis Geiger der Ball im eigenen Strafraum an die Hand sprang, nutzte Niakhaté den erst nach Videobeweis verhängten Strafstoß zur Entscheidung. «Es war ein blöder Elfmeter, weil in dieser Situation eigentlich gar nichts passieren kann», haderte Hoeneß. «Wahrscheinlich war es richtig, ihn zu geben, aber es fühlt sich nicht richtig an.»

Von Eric Dobias, dpa
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