Bremens Torschütze zum 1:0 Maximilian Philipp (r) freut sich mit dem Passgeber Leonardo Bittencourt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Carmen Jaspersen/dpa)

Maximilian Philipp hätte die Geschichte im Spiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg schreiben können. Er hätte der Mann des Spiels sein können, wenn sein erster Bundesliga-Treffer für die Hanseaten gegen seinen Ex-Verein zum Sieg gereicht und wenn sein mögliches zweites Tor nach einem Fallrückzieher nicht Freiburgs Torwart Mark Flekken in großartiger Manier verhindert hätte. Doch mit zu viel Konjunktiv werden im Fußball keine Spiele gewonnen.

Und so stand Philipp am Sonntag nach dem 1:2 gegen den Champions-League-Aspiranten enttäuscht und ohne Punkte da. «Ich finde, dass wir die bessere Mannschaft waren», sagte er. «Ich finde, wir hätten einen Punkt verdient gehabt.»

Mit seiner eigenen Leistung durfte er zufrieden sein, was aber auch nur ein schwacher Trost für ihn war. Immerhin hatte die Leihgabe des VfL Wolfsburg für den verletzten Bundesliga-Top-Torschützen und Nationalspieler Niclas Füllkrug gespielt. Mit seiner Art gelang es dem 29-Jährigen, den bei Werder eigentlich unersetzlichen Füllkrug würdig zu vertreten. «Von der Leistung, vom Auftreten hat er ein gutes Spiel gemacht», sagte Trainer Ole Werner.

«Natürlich kann ich Fülle nicht eins zu eins ersetzen. Er ist ein besonderer Spieler, ein extrem wichtiger Spieler, mit seiner Robustheit, mit seinem Torriecher», sagte Philipp. «Ich bin eher der spielerische Typ.»

Philipp bezeichnet sich selbst als introvertiert

Für ihn war es das erste Spiel im Werder-Trikot, in dem er von Beginn an spielen durfte. Bei den bisherigen acht Partien seit seinem Wechsel im Januar war er jeweils im Laufe der Partie auf den Platz gekommen. Abgesehen von der schwierigen Phase der Bremer mit sechs Spielen ohne Sieg ist Philipp nach eigener Aussage in der Hansestadt nach Startschwierigkeiten angekommen.

«Ich brauche immer etwas, weil ich introvertiert bin, um mich einzuleben, um mich zu öffnen für andere Personen», erzählte er. Das sei ein «Selbstschutz. Da kann ich niemandem einen Vorwurf machen außer mir selber.» Er sei so, «weil ich nicht ganz so das Selbstbewusstsein habe. Ich glaube, das sieht man manchmal auch.»

Mittlerweile fühle er sich in Bremen wohl. «Es macht mir Spaß, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, ob im Training oder im Spiel», meinte er weiter. «Ich bin auch gut aufgenommen worden. Ich glaube, meine Art kommt auch ganz gut an.» Sichtbares Zeichen war der Jubel nach seinem ersten Treffer im Werder-Trikot: Vorlagengeber Leonardo Bittencourt sprang ihm in die Arme und zeigte mit Blick zu den Fans immer wieder auf den Torschützen. Allein das sportliche Happy End fehlte an diesem Sonntag für eine Maximilian-Philipp-Geschichte ohne Konjunktiv.

Claas Hennig, dpa
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