DFB-Direktor Hannes Wolf ist ein Verfechter von neuen Spielformen im Kinder- und Jugendfußball. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Jürgen Kessler/dpa)

DFB-Nachwuchsdirektor Hannes Wolf ist überzeugt, dass mit der Schaffung neuer Ligen für den U17- und U19-Bereich ein weiterer Baustein für die Entwicklung von zukünftigen Fußballstars geschaffen ist.

«Wir wollen mehr individuelle Qualität entwickeln», sagte er in einer digitalen Medienrunde zur Vorstellung des neuen Ligen-Konzeptes. «Wir brauchen alle Spielertypen, wir dürfen keinen verlieren.» Dies gelte auch nach dem WM-Erfolg der deutschen U17-Nationalmannschaft.

Die bisherigen A- und B-Junioren-Bundesliga wird von der Saison 2024/25 von DFB-Nachwuchsligen ersetzt werden – ohne Abstiegskampf für den Nachwuchs der Proficlubs, aber mit mehr K.o.-Spielen um die deutsche Meisterschaft.

Reform beinhaltet auch neue Trainingsphilosophie

«Bisher war immer die halbe Liga im Abstiegskampf», sagte Wolf. Die reine Misserfolgsvermeidung, die im Spitzennachwuchsbereich dominiert habe, hat nach Analysen des Deutschen Fußball-Bundes die Entwicklung von Spielern eher gebremst statt gefördert.

«Es ist unwidersprochen, dass die neue Struktur die bessere ist. Gewinnen und verlieren spielt trotzdem eine große Rolle», betonte er. «Es ist ein wesentlicher Baustein, um Spieler noch besser zu entwickeln. Am Ende geht es darum, die individuelle Qualität der jungen Spieler zu entwickeln.» Die Nachwuchsreform des DFB beinhaltet auch eine neue Trainingsphilosophie mit kleinformatigen Spielformen und mehr Ballkontakten.   

«Wir freuen uns, dass wir damit einen nächsten Schritt gemacht haben mit der Kinderfußballreform», sagte Daniel Feld, Leiter Nachwuchs und Leistungszentren der Deutschen Fußball Liga. «Die U17- und U19-Ligen werden mit Sicherheit nicht alle Probleme lösen.»

Alle 56 Leistungszentren haben Startplatz sicher

Da gebe es noch Herausforderungen, die in der Stringenz vom Kinder- über den Jugendfußball und den Nachwuchsligen bis zum Übergangsbereich zu den Profis noch angegangen werden müssten. Wichtig sei auch, was «von Montag bis Freitag auf dem Platz Sport-inhaltlich» passiere und wie es mit der Nachwuchsstrategie auf Clubebene aussehe. «Der Spieltag ist nicht die einzige Lösung, wir müssen auch in den Trainingsalltag rein», pflichtete Wolf bei. «Da brauchen wir eine inhaltliche und flächendeckend eine Veränderung.»

Eine wichtige Neuerung bei der Einführung der DFB-Nachwuchsliga ist, dass künftig alle 56 Leistungszentren aus dem deutschen Profifußball einen Startplatz sicher haben. Außerdem wird es eine neue Wechselregel geben, wonach es möglich ist, sieben statt fünf Spieler pro Mannschaft auszuwechseln. Damit will man für jeden Spieler im 18er-Kader eine Einsatzchance schaffen. «Es muss verhindert werden, dass jemand drei Stunden im Bus sitzt und ohne Einsatz zurückfährt», so Wolf.

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