Hat berühmte Verwandtschaft: Albert Braut Tjaland. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Svein Ove Ekornesvag/NTB via AP/dpa)

Als Erling Haaland den norwegischen Topverein Molde FK Anfang 2019 verließ, um erst Salzburg, dann Dortmund und schließlich Manchester zu erobern, war er gerade erst 18 Jahre alt.

Seitdem hat er Torrekorde in Österreich und Deutschland gebrochen, nun ist der junge Norweger auch in der Premier League dabei, Woche für Woche zu begeistern. Glaubt man den sozialen Medien, dann hat Molde schon längst das nächste Tor-Monster aus der unmittelbaren Verwandtschaft von Haaland am Start – doch kann das stimmen?

Gestatten: Albert Braut Tjåland, 18 Jahre alt, torgieriger Mittelstürmer und ja, Cousin von Erling Haaland, der mit vollständigem Namen eigentlich Erling Braut Haaland heißt. Tjåland ist auf mütterlicher Seite mit Haaland verwandt und norwegischer Junioren-Nationalspieler. Er spielt in der zweiten Mannschaft von Molde und war zuletzt an seinen Jugendverein Bryne FK ausgeliehen – jenem Club, bei dem einst auch Haalands Karriere ihren Anfang nahm.

«Liegt wohl in der Familie»

Wäre Tjåland nicht zufällig Haalands Cousin, dann würde sich die Fußballwelt wohl noch nicht für ihn interessieren. Seine berühmte Verwandtschaft hat ihn aber bereits seit längerer Zeit zu einem beliebten Spekulationsobjekt in den sozialen Netzwerken gemacht. Immer mal wieder wird dort behauptet, er habe in nur 37 Spielen für Molde bereits 64 Tore erzielt. «Liegt wohl in der Familie», so das Credo, das zuletzt erneut auf Twitter aufgewärmt wurde. Aber kann das sein – ein so erfolgreicher Jungstürmer, an dem die Topclubs aus den Spitzenligen Europas noch nicht dran sind?

Spoiler: Kann es nicht. Denn wie es in den sozialen Medien eben so ist, ist das Meiste daran Quatsch. Die offiziellen Statistiken besagen etwas anderes: Albert Braut Tjåland hat demnach für Bryne 2 in diesem Jahr in der fünften norwegischen Liga in acht Spielen sieben Tore geschossen – das ist immer noch ein guter Wert, reicht aber bei Weitem nicht an die astronomischen Werte heran, die ihm die sozialen Medien bescheinigen. 

Schnelles Debüt-Tor

Seit seiner Rückkehr zu Molde 2 sind in der vierthöchsten Spielklasse vier weitere Tore in neun Spielen hinzugekommen, das jüngste davon beim 3:3 seiner Mannschaft in Volda. Für das erste Team von Molde, das in diesem Monat nach einer beeindruckenden Saison vorzeitig norwegischer Fußballmeister geworden ist, hat er bei einem Pokalspiel im Sommer 2021 sein Debüt gefeiert und gleich zum 4:1-Endstand getroffen – nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung.

Auf die kolportierten 64 Tore in 37 Spielen kommt man allerdings nur, wenn man zurückliegende Leistungsdaten aus Jugendzeiten miteinander addiert. Dass Tjåland (noch) nicht so gut ist, wie ihn die sozialen Medien machen, ist auch vielen Nutzern aufgefallen. Sie bemühten sich darum, das Gerücht vom maschinenartig treffenden Haaland 2.0 zu entkräften. Mittlerweile hat sich daraus ein Meme entwickelt: Zu den vermeintlichen Traumstatistiken werden längst Bilder ganz anderer Persönlichkeiten gestellt, darunter andere Kicker – und selbst der britische Ex-Premier Boris Johnson. 

Von Steffen Trumpf, dpa
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