Stuttgarts Enzo Millot sorgt per Elfmeter für die 1:0-Führung des VfB. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Jan-Philipp Strobel/dpa)

Der VfB Stuttgart mit Dreierpacker Deniz Undav lässt RB Leipzig um seinen Champions-League-Rang zittern. Im Duell zweier Topteams und zugleich Fehlstarter ins neue Jahr feierten die Schwaben gegen enttäuschende Gäste ein so nicht erwartbares 5:2 (2:1)-Torfestival.

Die Leipziger von Trainer Marco Rose steckten damit auch im dritten Spiel nach der Winterpause der Fußball-Bundesliga eine Niederlage ein. Am Sonntag droht RB aus besten Vier zu rutschen. Borussia Dortmund würde schon ein Punkt gegen den VfL Bochum reichen, um vorbeizuziehen.   

Vor 52.100 Zuschauern waren die Tore von Benjamin Sesko (32. Minute) und Lois Openda (55.) für die Gäste deutlich zu wenig. Stuttgarts Undav (30./56./75.) war gleich dreimal erfolgreich und ließ an diesem Samstag das Fehlen von Toptorjäger Serhou Guirassy bei den Stuttgartern klar in den Hintergrund rücken.  

Millot verwandelt Handelfmeter

Für die zuvor ebenfalls 2024 noch punktlosen Schwaben hatte Enzo Millot (25./Handelfmeter) den Erfolg eingeleitet. Zudem traf Jamie Leweling (48.). Alle vier Bundesligapartien ohne Guirassy, derzeit beim Afrika Cup, hatten die Schwaben zuvor verloren. Nun festigten sie ihren Königsklassen-Platz. 

Roses Hoffnung erfüllte sich nicht. «Wir müssen jetzt wieder in die Spur zurückkommen und brauchen ein Ergebnis. Dann sind wir auch in der Lage, eine Serie zu starten», hatte der RB-Coach noch vor dem Anpfiff bei Sky gesagt: «Wir gehen schon kritisch mit uns selber um, auf der anderen Seite geht es nicht darum, die Nerven zu verlieren.»

Der VfB hatte sich in den ersten beiden Spielen nach der Winterpause schwergetan, seine Chancen zu verwerten. Nach einem etwas verhalteneren Beginn half gegen RB zunächst ein Handelfmeter: Schiedsrichter Sven Jablonski schaute sich die Szene, in der ein Kopfball von Dan-Axel Zagadou RB-Verteidiger Mohamed Simakan an die Hand geflogen war, zunächst am Bildschirm an. Dann gab es den Strafstoß: Millot verwandelte souverän ins linke Eck. RB-Keeper Janis Blaswich hatte sich für die andere Seite entschieden.

Undav trifft dreifach

Die Stuttgarter Fans hatten ihre Stille der ersten Minuten da schon längst wieder beendet. Aus erneutem Protest gegen den möglichen Investoreneinstieg bei der Deutschen Fußball Liga waren auch Tennisbälle aufs Spielfeld geflogen. 

Die Gastgeber machten mit der Führung im Rücken mit Elan weiter, die Anhänger durften schnell erneut jubeln: Nach einem Leipziger Ballverlust im Mittelfeld spielte die Hoeneß-Truppe schnell nach vorn. Undav zog von außerhalb des Strafraums ab – 2:0.

Die Gäste hatten bis dahin in der Offensive wenig zu bieten, nutzten aber nur zwei Minuten nach dem zweiten Stuttgarter Treffer ihre erste Chance. Sesko kam zwischen den beiden VfB-Verteidigern Waldemar Anton und Zagadou zum Kopfball. Die Schwaben ließen sich davon jedoch nicht beirren, waren weiter das aktivere Team und kamen durch Maximilian Mittelstädt (37.) und Josha Vagnoman (41.) sowie insbesondere Leweling kurz vor dem Seitenwechsel zu weiteren Möglichkeiten.  Auf der Gegenseite forderte RB nach einem Zweikampf mit Openda einen Elfmeter, Referee Jablonski ließ aber weiterspielen. 

Hatte Leweling vor der Pause noch die Gelegenheit zum 3:1 ausgelassen, machte er es kurz nach dem Wiederanpfiff besser: Chris Führich flankte zu Vagnoman, der den Ball zu Leweling leitete – Leweling vollstreckte mit der Fußspitze aus der Luft. Zügig ging es weiter: Wieder verkürzte RB fast wie aus dem Nichts. Einen langen Ball von Nicolas Seiwald schoss Openda ins rechte obere Eck. Doch der VfB konterte sogleich, Undav köpfte freistehend ein. Der Stürmer hatte noch nicht genug und machte seinen Dreierpack perfekt.

Kristina Puck, dpa
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