Kevin-Prince Boateng spricht bei einer Pressekonferenz. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Marc Dominguez/ZUMA Wire/dpa)

Kevin-Prince Boateng hat die Nicht-Nominierung seines Halbbruders Jérôme für die Fußball-EM erstaunt.

Bundestrainer Joachim Löw werde «sich dabei etwas gedacht haben, aber es ist natürlich sehr überraschend, da Jérôme der konstanteste Innenverteidiger der ganzen Saison war – und für mich auch der beste», sagte der frühere Bundesliga-Profi der «Bild am Sonntag». Anders als im Fall der ebenfalls ausgemusterten Thomas Müller und Mats Hummels hatte Löw dem bisherigen Bayern-Abwehrspieler Boateng ein Comeback in der DFB-Auswahl bei der EM versagt.

Boateng kann nicht «in den Kopf» von Löw schauen

«Vielleicht vertraut Löw den anderen mehr. Ob es wirklich ein Fehler war, werden wir sehen, wenn es nicht so läuft, wie der Bundestrainer es sich vorgestellt hat», sagte Kevin-Prince Boateng zu der Entscheidung. Auch in seinem Freundeskreis seien aber viele der Ansicht, Löw habe richtig gehandelt. «Wir können nicht in den Kopf von Jogi Löw schauen. Und ganz ehrlich: Die Alternativen sind ja nun auch nicht so schlecht», sagte der einstige Nationalspieler Ghanas.

Die angebliche Diskussion im Spielerkreis um Löws Abwehrtaktik kritisierte Boateng. «Es wird mir zu viel geredet. Der Trainer stellt dich auf eine Position, und dann heißt es: Mund zu und Vollgas geben», sagte der 34-Jährige vom AC Monza und meinte: «Am Ende ist es sowieso immer der Trainer, der Schuld hat. Da müssen sich die Spieler gar keine Sorgen machen.» Internes Meckern könne sich nachteilig auswirken und für ein schnelles EM-Aus der deutschen Mannschaft sorgen. Kevin-Prince Boateng ist während des Turniers als ARD-Experte dabei.

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