RB Leipzig schlägt den SC Freiburg erneut: Kevin Kampl (M), Daniel Olmo Carvajal (l) und Mohamed Simakan (r) beim Jubel nach dem 1:0. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

RB Leipzig darf von der Champions League träumen – dank Kevin Kampl. Wenige Tage nach der Gala-Vorstellung im Halbfinale des DFB-Pokals (5:1) hatten es die Sachsen beim Wiedersehen mit dem SC Freiburg aber deutlich schwerer. Erst der eingewechselte Kampl ließ RB in der Fußball-Bundesliga beim 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg jubeln. Er entschied das Spiel mit seinem Treffer in der 73. Minute. Zuvor hatten seine Teamkollegen teilweise beste Möglichkeiten ausgelassen.

Die Qualifikation für die Königsklasse ist das oberste Ziel der Leipziger, um die Kaderplanung voranzutreiben. «Wir werden daran gemessen», hatte Gäste-Coach Marco Rose vor dem Spiel erklärt. Denn Profis wie Spaniens Nationalspieler Dani Olmo dürften wohl nur bei einer Teilnahme an der Champions League an Bord bleiben. Drei Spieltage vor dem Ende der Saison liegen die Leipziger als Tabellendritter wieder auf Kurs. 

Die Freiburger zeigten sich zwar deutlich verbessert, konnten die Null am Ende aber nicht halten. Sie sind mit einem Zähler Rückstand auf RB Fünfter und punktgleich mit dem Vierten 1. FC Union Berlin.

«Wir fallen nicht in ein Loch», hatte Vincenzo Grifo im Vorfeld versprochen. Der italienische Nationalspieler saß bei der Pokal-Pleite überraschend zunächst nur auf der Bank, war aber nach 20 Minuten eingewechselt worden. «Wir werden definitiv ein anderes Gesicht zeigen», fügte er hinzu. 

Das zeigten nicht nur er und seine Mitspieler, sondern auch die Anhänger, nachdem am Dienstag Becher auf das Feld geflogen waren und eine von einem Fan geworfene Münze RB-Profi André Silva am Kopf getroffen hatte. Diesmal gab es unter den 32.900 Zuschauern keine negativen Vorkommnisse.   

SC-Trainer Christian Streich setzte von Beginn an auf Grifo und anders als im Pokalspiel auf eine Viererkette. Dominanz und Gefahr strahlten aber ausschließlich die Gäste aus. Schon nach fünf Minuten scheiterte Timo Werner am Pfosten. 

Streich war überhaupt nicht zufrieden und wetterte lautstark an der Seitenlinie. Für noch mehr Emotionen sorgte eine Aktion im Strafraum, bei der Freiburgs Noah Weißhaupt zu Fall kam. Der Unparteiische Tobias Welz entschied sich aber gegen einen Pfiff – und zog so Streichs Unmut auf sich. 

Die Leipziger agierten bei ihren Aktionen zu verspielt und machten aus ihrer Überlegenheit lange Zeit zu wenig. Sowohl Dominik Szoboszlai als auch Christopher Nkunku vergaben gleich mehrfach. Trotzdem waren die Freiburger deutlich präsenter im Spiel und zeigten mehr Gegenwehr. Damit hatte Gäste-Coach Marco Rose jedoch gerechnet. Der Sport-Club werde «in seiner Underdog-Rolle Kräfte freisetzen», hatte der 46-Jährige gesagt. 

Mit neuer Energie starteten die Gäste nach dem Seitenwechsel. Werner rutschte bei einem Schuss von Nkunku knapp am Ball vorbei (46.). Bei den Sachsen machte sich aber auch ein Kräfteverschleiß bemerkbar. Es mangelte nun zunehmend an der Durchschlagskraft im vorderen Drittel und auch am Tempo. 

Freiburg war aggressiver in den Zweikämpfen und wagte auch mehr Risiko. Das wurde bestraft. Von Manuel Guldes Bein sprang der Ball unglücklich zu Kampl, der keine Mühe mehr hatte und die Partie entschied.

Maximilian Wendl, dpa
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