Aaron Seydel (M.) erzielte das 2:1 für Darmstadt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Thomas Frey/dpa)

Die Fans des SV Darmstadt 98 sangen auf den Rängen schon vom Pokalfinale in Berlin, die Profis von Borussia Mönchengladbach verschwanden nach einem bitteren Abend schnell in der Kabine.

Neben dem 1:2 (0:1) in der 2. Runde beim Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga muss die Borussia auch noch um Torhüter Yann Sommer und Nationalspieler Jonas Hofmann bangen. Beide waren am Dienstag verletzungsbedingt ausgewechselt worden. Bei Sommer werde eine Sprunggelenksverletzung, bei Hofmann eine Schultereckgelenksprengung befürchtet, sagte Trainer Daniel Farke bei Sky. 

Nach den Toren von Phillip Tietz (23. Minute) und Aaron Seydel (79.) jubelten vor 15.850 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor die Darmstädter über den Einzug ins Achtelfinale. Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer von Luca Netz (48.) reichte Gladbach nicht. «Es ist ein weiteres Fest, was wir hier feiern, aber diesmal ein besonderes», sagte Darmstadts Torschütze Seydel bei Sky. «Das sind geile Momente, für sowas ist man als Kind auf den Bolzplatz gegangen, um sowas zu erleben, um solche Siege zu feiern.» Seydel war erst fünf Minuten vor seinem Tor eingewechselt worden – und fünf Minuten danach musste auch er verletzungsbedingt raus.

Verletzungen passten ins Bild

Den ersten personellen Rückschlag gab es aber für die Gladbacher schon nach 13 Minuten, als Sommer wegen einer Sprunggelenksverletzung raus musste. Zur Pause war dann auch für Hofmann Schluss, der sich zuvor die Schulter gehalten hatte. Die Verletzungen passten ins Bild eines aus Gladbacher Sicht unglücklichen ersten Durchgangs. Zehn Minuten nach der Sommer-Auswechslung stand Tietz nach einer feinen Offensivkombination frei vor dem Borussia-Tor, bei seinem Schuss aus kurzer Distanz war Ersatzmann Tobias Sippel chancenlos. Nochmal zehn Minuten später hätte Matthias Bader sogar fast auf 2:0 erhöht, sein wuchtiger Schuss krachte an die Latte.

Die Gäste brauchten Zeit, um sich in die Partie hineinzuarbeiten. Der Tabellenführer der 2. Liga trat mit großem Selbstbewusstsein auf. Angetrieben von ihren Fans erarbeiteten sich die Darmstädter immer wieder ihre Gelegenheiten. Aber auch Gladbach wurde gefährlicher. Borussia-Trainer Daniel Farke hatte Netz für Ramy Bensebaini als Linksverteidiger in die Startelf beordert – und das lohnte sich. Kurz nach der Pause schloss Netz einen für Darmstadt zu schnellen Angriff mit einem Flachschuss ins Eck zum 1:1 ab.

Der Treffer passte ins Bild, das sich abzuzeichnen begann. Gladbach war schon vor der Pause gefährlicher geworden. Marcus Thuram (37.), Nathan Ngoumou (40.) und Alassane Plea (41.) hatten jedoch allesamt gute Chancen vergeben. Die Gäste übernahmen nun mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. Was jedoch fehlte, war der entscheidende Durchbruch. Und das rächte sich. Erst vergab erneut Bader (76.) aus wenigen Metern. Drei Minuten später unterlief Sommer-Ersatzmann Sippel ein unglücklicher Abstoß, den direkten Konter schloss der kurz zuvor eingewechselte Seydel zum Endstand ab.

Andreas Schirmer und Nils Bastek, dpa
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