In den Weg gestellt: Bochums Sebastian Polter (r) und Leverkusens Jonathan Tah. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)

Champions-League-Kandidat Bayer Leverkusen ist im Westduell beim VfL Bochum nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane trennte sich in einer ausgeglichenen Partie 0:0 vom Revierclub.

Die Rheinländer bleiben allerdings auch ohne Sieg Tabellendritter und haben die Qualifikation für die Königsklasse weiter selbst in der Hand. Ein Elfmetertor von Moussa Diaby in der 65. Minute zählte nicht, weil der 22 Jahre alte Leverkusener bei der Ausführung ausrutschte und sich selbst anschoss.

«Schade, dass wir etwas ungefährlich blieben in der Offensive. Wir waren nach meinem Geschmack zu effektivlos. Wir haben es versucht, die Verteidigungslinie von Bochum hat es auch gut gemacht. Aus unserer Perspektive ist es etwas zu wenig», räumte Leverkusens Keeper Lukas Hradecky bei DAZN ein und Robert Andrich ergänzte: «In den gefährlichen Räumen waren wir nicht zielstrebig genug, hatten nicht den Killerinstinkt.»

Becherwurf weiter Thema

Bochum machte im ersten Heimspiel seit der wegen eines Becherwurfs abgebrochenen Partie gegen Borussia Mönchengladbach vor 25.000 Zuschauern im Ruhrstadion einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt. Mit nun zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz kann der Aufsteiger für ein weiteres Jahr in der Fußball-Bundesliga planen.

Dazu gab Stürmer Simon Zoller nach einem vor sieben Monaten erlittenen Kreuzbandriss sein umjubeltes Comeback. «Den Punkt haben wir uns verdient. Es waren lange sieben Monate. Ich bin glücklich, wieder zurück zu sein. Ich habe eine gute Zeit hier gehabt. Die Fans stehen hinter einem. Ich freue mich wieder dabei zu sein, wieder anzugreifen», sagte Zoller.

Mit einem großen Plakat «Sieg oder Becherwurf» nahmen die Leverkusener Fans noch einmal Bezug auf den Skandal am 18. März. Der VfL hat zusätzliche Videotechnik installiert, um potenzielle Täter in Zukunft schnell zu überführen. Zudem wies auch der Stadionsprecher noch einmal auf das Thema hin, dass das Werfen von Getränkebechern nicht zur Fankultur gehöre. Dafür gab es Applaus von den Rängen.

Tah verletzt sich

Auf dem Platz, wo sich der Anpfiff wegen zahlreicher Leuchtfackeln in der Bayer-Kurve leicht verzögerte, brauchten beide Teams kaum Anlaufzeit. Sowohl Bochum als auch Leverkusen suchten den schnellen Weg nach vorne und hatten früh erste Strafraumaktionen. Wirklich gefährlich wurde es jedoch zunächst nicht.

Nach einer halben Stunde verletzte sich Leverkusens deutscher Nationalspieler Jonathan Tah. Für den Innenverteidiger kam Mitchel Bakker in die Partie.

Riemann kaum gefordert

Trotz der schlechten Nachricht übernahm Bayer immer mehr die Kontrolle und erarbeitete sich ein spielerisches Übergewicht im Mittelfeld. Das letzte Anspiel in die Spitze war jedoch häufig zu ungenau. Die Werkself schaffte es nicht, ihren Topstürmer Patrik Schick, der nach seiner Einwechslung am vergangenen Wochenende sein Startelf-Comeback gab, in Szene zu setzen. Bochums Torwart Manuel Riemann wurde nicht ernsthaft gefordert.

Seine Vorderleute versuchten es mit Kontern, rückten oft aber nicht schnell genug nach. Ein Distanzschuss von Danilo Soares, der an die Latte des Bayer-Tores klatschte, war die mit Abstand größte Torchance des ersten Durchgangs (42.).

Nach dem Seitenwechsel zogen sich die Leverkusener ein Stück zurück. Bochum hatte nun Vorteile, doch Leverkusen ging fast in Führung. Nach einem Foul des kurz zuvor eingewechselten Eduard Löwen an Paulinho entschied Schiedsrichter Felix Zwayer auf Strafstoß. Diaby traf auch, das Tor zählte jedoch nicht. Etwas Ähnliches war Kölns Florian Kainz im Achtelfinale des DFB-Pokals bei der Niederlage des FC gegen den Hamburger SV passiert.

Von Thomas Eßer, dpa
Folge uns

Von