DFB-Präsident Bernd Neuendorf. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

Für den neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf wäre die Gründung der vorerst gescheiterten Super League ein «Frontalangriff auf das europäische Sportmodell und die Grundwerte des Sports».

Vereine wie Real Madrid, Juventus Turin und der FC Barcelona würden die Super League offenbar mit allen Mitteln durchsetzen wollen. «Sollten sie letztlich Erfolg haben, so wäre das ein Schritt zur vollkommenen Kommerzialisierung des Fußballs. Es entstünde ein in sich abgeschlossenes System – eine Liga, die keinen Auf- und Abstieg kennen würde. Die Megaclubs blieben unter sich, und das eingespielte Geld würde mit hoher Wahrscheinlichkeit untereinander verteilt», schrieb Neuendorf in einem Gastbeitrag der «Welt am Sonntag».

EuGH befasst sich mit Streit um Super League

Der Streit um die Gründung einer europäischen Super League wird Mitte Juli vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ausgetragen. Die Klage war von der European Superleague Company bei einem Gericht in Madrid eingereicht worden, das wiederum den EuGH anrief. Zuvor hatten sich zahlreiche Vereine von dem Projekt abgewendet, das noch von Real Madrid, Barcelona und Juventus Turin weiter betrieben wird.

Einigen Clubs seien die Einnahmen aus Champions und Europa League «offenbar immer noch nicht genug». Die Profitgier der Clubs und ihr Versuch, sich von den bestehenden Strukturen des organisierten Sports abzukoppeln, hätten gravierende Folgen für den Sport und die Gesellschaft insgesamt, sagte Neuendorf. Mit der Super League würden die bekannten europäischen Wettbewerbe und auch die nationalen Ligen rapide an Attraktivität verlieren. Es gehe auch darum, ob der Sport künftig – wie bisher – dem Allgemeinwohl dienen solle oder den Interessen weniger. Die Verfechter der Super League würden nicht solidarisch denken. «Es gibt also Grund zur Sorge», sagte Neuendorf.

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