Sargis Adamyan (M) und der 1. FC Köln nehmen einen Punkt aus Mönchengladbach mit. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Federico Gambarini/dpa)

Den spektakulären Fußball-Schlagabtausch belohnten beide Fanlager mit donnerndem Applaus. Die Gefühlslage der Spieler und Verantwortlichen war nach dem packenden 3:3 (1:1) im rheinischen Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln dagegen gespalten.

«So ein Spiel, so emotional und dann kriegst du noch den Ausgleich: Das kotzt mich wirklich an», sagte Gladbachs Doppeltorschütze Robin Hack bei Sky. Kölns Abwehrspieler Timo Hübers sprach mit einem Lächeln von einem «Riesenspektakel» und ergänzte: «Es hätte auch 5:5 ausgehen können.» Der 27-Jährige erklärte: «Den Punkt nehmen wir mit. Ob ich mich ärgern oder freuen soll, entscheide ich noch.» Nachdem zuvor Fan-Ausschreitungen für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatten, boten die Fußballer alles, was ein mitreißendes Bundesliga-Spiel ausmacht.

Damion Downs rettet Köln einen Punkt

Köln ging durch Faride Alidou zweimal in Führung (7. Minute/64.). Gladbach drehte die Partie zwischenzeitlich, am Ende rettete Damion Downs dem FC mit seinem Tor in der 79. Minute doch noch einen Punkt. Für die Borussia hatte vor Hack (71./73.) im mit 54.042 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park Franck Honorat (32.) getroffen.

Für Köln ist das Ergebnis im Abstiegskampf wohl zu wenig – zumindest wenn der FC noch Platz 15 und damit die direkte Rettung anpeilt. Sieben Punkte beträgt der Rückstand nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie bereits. Im Rennen um den Relegationsplatz bauten die Kölner ihren Vorsprung auf die Mainzer nach deren 1:8-Niederlage beim FC Bayern immerhin auf zwei Zähler aus. «Wir tun gut daran, den 16. Platz erst einmal abzusichern», sagte Hübers. «Nach oben wird es schon schwierig.»

Gladbach verpasste dagegen die Revanche nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel – und drei Tage vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken am Dienstag (20.30 Uhr/ZDF und Sky) einen emotionalen Schub. «Natürlich sind wir insgesamt enttäuscht, weil es uns nicht gelungen ist, zu gewinnen und unseren Zuschauern einen Derbysieg zu schenken», sagte Trainer Gerardo Seoane.

Gladbacher und Kölner Fans lösen Polizeieinsatz aus

Schon lange bevor der Ball rollte, hatte das Spiel für Nachrichten gesorgt. Am Freitagabend waren Gladbacher und Kölner Fans am Borussia-Park aufeinandergetroffen und hatten einen großen Polizeieinsatz ausgelöst. Laut Polizei wurden zwei Beamte und eine Beamtin verletzt, mehr als 200 Personen wurden festgenommen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) forderte die Clubs zu konsequentem Handeln gegen Krawallmacher auf. «Wir brauchen auch die Vereine. Die müssen dafür sorgen, dass solche Typen gar nicht erst in die Stadien reinkommen», hieß es in einer vom NRW-Innenministerium verbreiteten Stellungnahme Reuls. «Diese Verrückten kriegen von uns keine Sonderbehandlung. Wer sich nicht benehmen kann, kriegt Ärger. Das gilt für die Störer, Schläger und Messertäter auf der Partymeile. Und genauso auch für die durchgeknallten Problemfans.»

Temporeiche Partie

Eine eigentlich geplante Choreografie der Gladbach-Anhänger fand infolge der Vorfälle nicht statt. Auf den Rängen war die Stimmung von Beginn an aufgeheizt, auf dem Rasen war sofort Tempo drin.

Es dauerte nur sieben Minuten, da schoss Alidou fast von der Grundlinie und von Gladbachs Torwart Moritz Nicolas sprang der Ball ins Tor. Die Gastgeber reagierten sofort. Einen Versuch von Florian Neuhaus lenkte Köln-Keeper Marvin Schwäbe an den Pfosten.

Ein Fehler der Kölner im Aufbauspiel half den Borussen dann. Neuhaus schaltete schnell, schickte Honorat und der Franzose traf zum 1:1. Gladbach wurde stärker. Nach einer sehenswerten Kombination mit Jordan Siebatcheu scheiterte Neuhaus erneut am Pfosten (53.). Die Partie wurde nun wild. Zunächst köpfte Alidou den FC erneut in Führung, dann drehte der eingewechselte Hack das Spiel für Gladbach. Den Schlusspunkt setzte jedoch der FC: Downs glich zum 3:3 für die Gäste aus – und sorgte für Unmut bei Hack.

Von Thomas Eßer, dpa
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