Der Internationale Sportgerichtshof wies insgesamt sechs Beschwerden von FIFA und UEFA ab. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Dominic Favre/KEYSTONE/dpa)

Im internationalen Fußball dürfen auch bis auf weiteres keine Teams aus Russland auflaufen.

Wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine wies der Internationale Sportgerichtshof Cas Beschwerden des russischen Fußball-Verbandes gegen FIFA und UEFA ebenso ab wie die Einsprüche von vier russischen Clubs. Ein entsprechendes Urteil veröffentlichte das in Lausanne ansässige höchste Sportgericht.

Sowohl der Fußball-Weltverband FIFA als auch die Europäische Fußball-Union UEFA hatten als Reaktion auf die Invasion in die Ukraine russische Auswahl- und Clubmannschaften suspendiert. Dadurch durfte Russlands Männer-Nationalmannschaft nicht mehr in der WM-Qualifikation antreten und wurde auch aus der Nations League ausgeschlossen. Die Frauen-Auswahl wurde bei der laufenden Europameisterschaft durch Portugal ersetzt. Gegen diese Sanktionen waren der russische Verband sowie Zenit St. Petersburg, der FC Sotschi, ZSKA Moskau und Dynamo Moskau vor den Cas gezogen.

Nie dagewesene Umstände

Das Sportgericht erklärte in der Begründung für sein Urteil, die Eskalation im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die öffentlichen Reaktionen und von Regierungen hätten für FIFA und UEFA nie dagewesene Umstände dargestellt. Darauf hätten sie reagieren müssen. Die Maßnahmen bewegten sich im Rahmen der vorgegebenen Statuten und Regularien. Daher habe sich das Schiedsgericht nicht mit der Art des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine befassen müssen, sondern nur mit den Konsequenzen für die Wettbewerbe.

Es sei unglücklich, dass die Militäroperationen derartige Konsequenzen auf russische Mannschaften, Clubs sowie Spielerinnen und Spieler hätten, die dafür keine Verantwortung trügen, hieß es vom Cas. Schwerer wiege jedoch die Notwendigkeit, Fußball-Veranstaltungen in der restlichen Welt sicher und geordnet durchführen zu können.

Russlands Männer-Nationalteam hätte eigentlich in den WM-Playoffs im März gegen Polen antreten sollen. Die Auswahl um Robert Lewandowski weigerte sich jedoch kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar. Polen zog nach dem FIFA-Beschluss dann ohne Spiel in das entscheidende Match gegen Schweden ein und qualifizierte sich durch einen 2:0-Sieg für die WM-Endrunde in vier Monaten in Katar.

Auch in den meisten anderen Sportarten sind russische Athletinnen und Athleten sowie Teams wegen des Ukraine-Teams derzeit von der Teilnahme an Wettbewerben ausgeschlossen. Der Bann trifft auch Sportler aus Belarus, das mit Russland verbündet ist.

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