Thomas Müller erzielte das 1:0. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Peter Kneffel/dpa)

Der FC Bayern hat vor dem Champions-League-Festtag mit Paris Saint-Germain seine Bundesliga-Pflicht dank freundlicher Unterstützung des VfL Bochum erledigt.

Die Münchner profitierten beim 3:0 (1:0) und der behaupteten Tabellenführung zunächst von einem fatalen Fehlpass des Gäste-Verteidigers Saidy Janko, der Thomas Müller bei dessen Führungstreffer in Szene setzte (41. Minute). Durch mehr Offensivtempo nach dem Seitenwechsel sorgten der eingewechselte Kingsley Coman (64.) und Serge Gnabry (74./Foulelfmeter) für einen standesgemäßen Samstagnachmittag der Münchner. Von einem 7:0 wie im Hinspiel war der Fußball-Serienmeister aber weit entfernt.

Drei Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in Paris missfiel Trainer Julian Nagelsmann sichtlich die Aufführung seines Ensembles in der ersten Hälfte, in der er sich selbst zu vehement nach einem Foul beschwerte und die Gelbe Karte sah (43.). Während der Halbzeitpause nahm der 35-Jährige auf der Bank Platz, auf dem Feld gab er dem nach dem Seitenwechsel für Müller gebrachten Alphonso Davies ein paar taktische Anweisungen mit auf den Weg. Es war der erste von fünf Wechseln, auch mit den neuen Stars kam mehr Schwung in die Partie.

Janko patzt

Dass Nagelsmann über die Führung jubeln konnte, hatte er speziell dem VfL zu verdanken. Nachdem die Bochumer beim K.o. im DFB-Pokal den Revier-Rivalen Borussia Dortmund durch einen verunglückten Befreiungsschlag von Torhüter Manuel Riemann auf die Siegerstraße gebracht hatten, halfen sie auch diesmal tüchtig mit. Jankos Rückspiel zu Riemann verunglückte völlig. Müller scheiterte zwar zunächst an Riemann, gedankenschnell setzte er aber nach und müllerte den Ball zum 1:0 ins Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff fehlte Leon Goretzka beim Duell der besten Offensive gegen die schlechteste Defensive der Liga nicht viel zum 2:0 (44.).

Zwar waren die Münchner die klar überlegene Mannschaft, aber Tempo und Konsequenz fehlten lange in ihren Angriffen. Passend zum stimmungsvollen Rahmen von den Anhängern beider Clubs, die ihre 50 Jahre lange Fanfreundschaft mit Sprechchören und einer rot-blauen Choreografie feierten, ging es auch auf dem Rasen erst einmal ohne große Reiz- und Höhepunkte zur Sache. Immerhin hielt die Münchner Torserie – in nun 50 Heimspielen nacheinander glückte immer mindestens ein Tor.

Bayern ohne Kimmich

Der gesperrte Joshua Kimmich sah von seinem Tribünenplatz in Durchgang zwei deutlich mehr Tempo in den Münchner Offensivaktionen, aber für die PSG-Kraftpobe müssen sich die Bayern weiter steigern. Das Spiel gewann zudem an Unterhaltungswert, weil die Bochumer nun gegen die von Nagelsmann aufgebotene und auch beim Hinspiel in Paris zu erwartende Dreierkette zumindest kurzzeitig ein paar mehr Angriffsversuche wagten.

Vor allem aber stürmte Bayern mit mehr Konsequenz und Wucht. Der formstarke und zunächst geschonte Coman nahm nach einer schönen Kombination durch das Zentrum der insgesamt einseitigen Partie die Spannung. Gnabry, mit modischem Zöpfchen ein Hingucker, verwandelte einen durch Pechvogel Janko an ihm verursachten Foulelfmeter sicher.

Christian Kunz, dpa
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