Lebendiges Spiel, kein Sieger: Leverkusens Sardar Azmoun (2.v.l) macht das Tor zum 1:1-Endstand. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Das Tor von Zauberfuß Vincenzo Grifo war für Fußball-Bundesligist SC Freiburg am Ende zu wenig. Die Badener mussten sich gegen Bayer Leverkusen mit einem 1:1 (1:0) begnügen und sind den Champions-League-Platz vier vorerst wieder los.

Grifo hatte den SC mit einem herrlichen Freistoß-Treffer in der 29. Minute in Führung gebracht, der Iraner Sardar Azmoun erzielte den in Summe verdienten Ausgleich für die Werkself (67.).

«Natürlich wollten wir heute gewinnen», kommentierte Grifo beim Internet-Sender DAZN die leichte Enttäuschung der Freiburger. «Das hat man gesehen, dass die gut kicken», lobte er den Gegner, der in der zweiten Halbzeit keine Konditionsprobleme zeigte. «Man hat nicht gemerkt, dass sie Donnerstag gespielt haben», sagte sein Mannschaftskamerad Lukas Höler zu Leverkusens Europapokal-Einsatz. Bayer-Keeper Lukas Hradecky kommentierte: «Wir hatten die größeren Chancen. Nach 120 Minuten in Monaco müssen wir zufrieden sein.»

Freiburg verliert Champions-League-Platz

Die Freiburger blieben im vierten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen und sind nun Tabellenfünfter. Zudem stellten sie einen Clubrekord ein. Zehn Heimspiele ohne Niederlage nacheinander hatten sie in der Fußball-Bundesliga bislang nur 2012 geschafft – damals saisonübergreifend. Bayer verhinderte drei Tage nach dem erfolgreichen Elfmeter-Krimi in der Europa League bei der AS Monaco einen neuerlichen Rückschlag in der Liga. In der Tabelle liegen die Leverkusener, die nur eine ihrer vergangenen fünf Liga-Partien gewonnen haben, aber zehn Punkte hinter Rang sechs.

Nachdem er in 153 Pflichtspielen in Serie von Anfang an gespielt hatte, musste Freiburgs Kapitän Christian Günter diesmal wegen einer Gelbsperre zusehen. Lukas Kübler wechselte von der rechten auf die linke Abwehrseite, der junge Franzose Kiliann Sildilla rückte neu in die Mannschaft. Nach 25 Minuten gab’s eine weitere Umstellung beim SC: Trainer Christian Streich brachte Roland Sallai für Ritsu Doan und ließ von da an mit einer Dreierkette verteidigen.

Spiel nimmt nach Führung Fahrt auf

Die ganz großen Chancen gab es vor 34.000 Zuschauern – darunter der wegen der Kälte dick eingepackte Bundestrainer Hansi Flick – in der ersten halben Stunde nicht. Doch dann schlug Grifo zu. Einen Freistoß aus 25 Metern schlenzte der italienische Nationalspieler sehenswert über die Mauer und an den rechten Innenpfosten. Von da sprang der Ball an Bayer-Keeper Lukas Hradecky und ins Tor. Für Freiburgs Topscorer war es der zwölfte Saisontreffer – und für den SC schon das 16. Tor nach einem ruhenden Ball in dieser Spielzeit.

Bayer, das ohne die gesperrten Jonathan Tah, Piero Hincapié und Amine Adli auskommen musste, hatte am Rückstand zu knabbern. Kurz vor der Pause kratzten die Gäste aber am Ausgleich. Der auffällige Moussa Diaby schlug erst über den Ball (35.) und verzettelte sich dann (38.). Kerem Demirbay prüfte SC-Torhüter Mark Flekken, der in Abwesenheit von Günter die Kapitänsbinde trug, mit einem Gewaltschuss aus der zweiten Reihe (40.). Zudem köpfte Jeremie Frimpong freistehend über den Kasten (41.).

Bayer kurbelt an – Freiburg lässt Chancen liegen

Leverkusens Trainer Xabi Alonso versuchte seine Offensive weiter anzukurbeln und brachte für die zweite Halbzeit Nationalspieler Florian Wirtz anstelle des Tschechen Adam Hlozek. Gefährlich wurden die Gäste zunächst aber nur durch einen Freistoß von Demirbay, der über das Tor flog (49.). Dann traf Azmoun nach einer butterweichen Flanke von Mitchel Bakker technisch anspruchsvoll zum 1:1. Der Ausgleich war verdient, hätte aber beinahe nicht lange gehalten. Nur vier Minuten später vergaben die Freiburger eine dreifache Kopfball-Chance, Philipp Lienhart traf dabei die Latte.

Christoph Lother, dpa
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