Schalkes Cedric Brunner (l) und Frankfurts Randal Kolo Muani gehen im Zweikampf zu Boden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: David Inderlied/dpa)

Frühe Führung, emotionaler Schlusspunkt: Der FC Schalke 04 hat gegen Eintracht Frankfurt einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf verpasst und muss weiter mächtig um den Klassenverbleib bangen.

Die Mannschaft von Coach Thomas Reis trennte sich 2:2 (1:1) von den Hessen. Schalke bleibt damit zumindest vorerst auf dem Relegationsrang, kann aber schon an diesem Sonntag auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen. Vor 61.575 Zuschauern in Gelsenkirchen erzielte Simon Terodde schon in der ersten Minute das 1:0 für die Gastgeber. Daichi Kamada (21.) und Tuta (59.) drehten die Partie aber für Frankfurt, ehe der eingewechselte Sebastian Polter (85.) dem Revierclub mit seinem späten Ausgleich zumindest einen Punkt rettete.

Weil Konkurrent VfL Bochum bei Hertha BSC in der Nachspielzeit ausglich, verließ Schalke den Relegationsplatz damit aber nicht. Das Frankfurter Team des scheidenden Trainers Oliver Glasner verpasste es, im Rennen um einen Europapokal-Platz in der Fußball-Bundesliga wirklich Druck auf Bayer Leverkusen auf Rang sechs zu machen.

Schalke mit furiosem Start

Mit einer Choreografie unter dem Motto «Blau und Weiß werd‘ ich für immer tragen» stimmten die Schalker Fans ihre Mannschaft auf die von Reis als «Endspiel» betitelte Partie ein. Und die Motivationsmaßnahme wirkte: Keine Minute war gespielt, da rastete der Heimbereich der Arena kollektiv aus. Rodrigo Zalazar brachte einen Freistoß in die Mitte und Terodde köpfte zum 1:0 ein. Terodde, Zalazar, Tim Skarke und Kenan Karaman sollten das Fehlen des gelbgesperrten Schalker Toptorjägers Marius Bülter im Kollektiv auffangen – besser hätte es nicht losgehen können.

«Jeder weiß, dass wir dieses Spiel gewinnen müssen, wenn wir die Klasse halten wollen», hatte Bülter vor der Partie bei Sky gesagt. Entsprechend engagiert gingen seine Kollegen zu Werke. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung mit viel Kampf und wenigen Torraumszenen.

Schwolow lässt Kamada-Schuss durchrutschen

Der Frankfurter Ausgleich fiel eher überraschend. Kamadas eigentlich harmlosen Schuss aus der Distanz ließ Torwart Alexander Schwolow unter dem Körper durchrutschen und schon stand es 1:1. Wegen eines möglichen Fouls an Schalkes Rechtsverteidiger Cédric Brunner kurz vor dem Treffer schaute sich Schiedsrichter Daniel Schlager die Szene noch einmal an, blieb aber bei seiner ursprünglichen Bewertung und gab das Tor. Erneut Kamada und Schalkes Karaman hatten Chancen auf weitere Tore, doch es ging mit dem Remis in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel bekam die Eintracht die Partie immer besser unter Kontrolle. Die Gäste hielten Schalke lange vom eigenen Tor entfernt und belohnten sich mit dem 2:1. Almamy Tourés Flanke verwertete Tuta zur Frankfurter Führung. Vor der eigenen Schlussoffensive hatte Schalke dann Glück. Nach einem Zweikampf von Henning Matriciani und Aurélio Buta hätte es durchaus Elfmeter für Frankfurt geben können.

Anschließend warf S04 noch einmal alles nach vorn. Polter ließ die Fans mit seinem 2:2 jubeln und vergrößerte die Hoffnung auf den Klassenverbleib wieder etwas. Am entscheidenden 34. Spieltag spielt Schalke bei RB Leipzig, Frankfurt hat den SC Freiburg zu Gast.

Von Thomas Eßer und Ann-Marie Utz, dpa
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