Josha Vagnoman (r) mit vollem Einsatz im Luftduell gegen Leverkusens Piero Hincapie. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Nach dem Schlusspfiff ließen sowohl die Stuttgarter als auch die Leverkusener die Köpfe hängen. Das 1:1 (0:0) im Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga half weder dem VfB noch Bayer weiter – im Gegenteil.

Die Schwaben verpassten im Heimspiel vor 46.300 Zuschauern einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf und liegen vor den verbleibenden beiden Spieltagen auf Tabellenplatz 17. Bayer kassierte drei Tage nach der 0:1-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der Europa League bei der AS Rom einen weiteren Rückschlag und kann über die Liga maximal noch die Conference League erreichen.

«Das war allgemein kein Bundesliga-Highlight-Spiel, die Punkteteilung geht in Ordnung», sagte Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky bei DAZN. Mit Blick auf das Rückspiel gegen Rom warnte der Kapitän: «Wir müssen am Donnerstag mehr investieren, wenn wir weiterkommen wollen. Das war keine Katastrophe heute, aber da muss mehr kommen.» Auch Stuttgarts Torhüter Fabian Bredlow, der einen Strafstoß verschuldete, war unzufrieden mit dem Unentschieden: «In unserer jetzigen Situation hätten wir natürlich gerne drei Punkte mitgenommen.»

Der vom französischen Club Stade Rennes ausgeliehene Toptorjäger Serhou Guirassy brachte die Stuttgarter in der 57. Minute per Foulelfmeter in Führung. Leverkusens argentinischer Weltmeister Exequiel Palacios, der den Strafstoß verschuldet hatte, sorgte ebenfalls per Foulelfmeter noch für den Ausgleich (70.).

Konterangst beim VfB

Die Stuttgarter, bei denen der zweikampfstarke Mittelfeldspieler Atakan Karazor nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf zurückkehrte, waren zunächst darauf aus, bloß nicht in einen Leverkusener Konter zu laufen. Schließlich hatte Trainer Sebastian Hoeneß vor der Partie noch explizit auf die Geschwindigkeit der Bayer-Offensivkräfte hingewiesen. Erst nach und nach verlagerten die Gastgeber ihr Spiel etwas weiter nach vorne. Insgesamt gab es in der tempoarmen ersten Halbzeit aber kaum Höhepunkte.

Leverkusen hatte mehr Ballbesitz, offensiv aber keine zündenden Ideen. An eine scharfe Hereingabe von Moussa Diaby bekam Sardar Azmoun den Fuß nicht mehr richtig heran (8.), ein Freistoß von Kerem Demirbay war für Edmond Tapsoba schwer zu nehmen (25.). Mehr brachte die Werkself, bei der Nationalspieler Florian Wirtz zunächst draußen saß, in den ersten 45 Minuten nicht zustande. Aufseiten der Stuttgarter haute Wataru Endo einmal freistehend über den Ball (17.) und knapp 20 Minuten später verzog Guirassy aus der zweiten Reihe deutlich.

Guirassys Panenka reicht nicht

Auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht groß: Bayer dominierte, ohne gefährlich zu werden. Der VfB, der mit der 1:2-Niederlage beim Tabellenletzten Hertha BSC eine Woche zuvor einen heftigen Rückschlag im Kampf um den Ligaverbleib kassiert hatte, scheute das Risiko.

Dann verhalf Leverkusens Palacios den Schwaben unfreiwillig zur Führung. Der Argentinier foulte an der Strafraumgrenze VfB-Kapitän Endo, Schiedsrichter Frank Willenborg entschied auf Elfmeter. Guirassy trat an – und chippte den Ball lässig und halbhoch zum 1:0 in die Tormitte. Der Stürmer traf damit bereits zum zehnten Mal in dieser Bundesliga-Saison und in seinem dritten Spiel nacheinander.

Gäste-Coach Xabi Alonso reagierte und brachte den offensiven Wirtz für den defensiven Mitchel Bakker. Für den Ausgleich brauchte Bayer aber ebenfalls einen Strafstoß. Nach einem überharten Einsatz von VfB-Torhüter Bredlow gegen Leverkusens Verteidiger Edmond Tapsoba und langer Überprüfung der Videobilder traf Palacios souverän zum 1:1 ins linke untere Eck. Unmittelbar danach hatte Josha Vagnoman die große Chance zur erneuten VfB-Führung, doch der Nationalspieler köpfte aus kurzer Distanz am Tor vorbei.

Christoph Lother, dpa
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