Tim Walter trifft mit dem HSV in der Relegation auf den VfB Stuttgart. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Uwe Anspach/dpa)

Tim Walter hatte sich schnell wieder sortiert. «Wir haben vorher schon gewusst, dass wir diesen Weg gehen könnten. Und das müssen wir jetzt», sagte der Trainer des Hamburger SV mit Blick auf die bevorstehende Relegation um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.

Der 1:0-Sieg beim SV Sandhausen im dramatischen Zweitliga-Saisonfinale hatte den Hanseaten nicht gereicht, um den 1. FC Heidenheim noch von den Aufstiegsplätzen zu verdrängen. Gegen Walters Ex-Club VfB Stuttgart soll am Donnerstag und darauffolgenden Montag nun das gelingen, worum der HSV seit seinem Abstieg 2018 erbittert und bislang erfolglos kämpft: die Rückkehr in die Bundesliga.

Walter hat aus Stuttgarter Zeit viel gelernt

Die Erfahrung aus der Vorsaison, als man in der Relegation gegen Hertha BSC verlor, soll den Hamburgern laut Walter dabei helfen. «Wir werden versuchen, diesmal die Oberhand zu behalten», sagte der 47-Jährige. Dass er im Dezember 2019 beim VfB nach nur einem halben Jahr gehen musste, spielt für ihn in der Vorbereitung auf die brisanten K.o.-Spiele keine Rolle. «Nein. Ich habe viel gelernt und beim HSV jetzt noch viel mehr gelernt», so Walter.

Wie sehr die Hamburger nach der Rückkehr ins Oberhaus lechzen, war in Sandhausen am Sonntag wieder mal deutlich geworden. Tausende Fans hatten den Traditionsclub aus dem Norden auf die weite Reise begleitet und nach dem Abpfiff schon euphorisch den Platz gestürmt. Auch Coach Walter selbst hatte vor Freude eine Wasserflasche durch die Luft geschleudert, sich dann aber schnell wieder gebremst. «Ich habe mich nur über unseren Sieg gefreut», erklärte er. «Ich bin dann direkt in die Kabine. Es war sehr, sehr emotional.»

Der 1. FC Heidenheim hatte mit zwei Toren in der Nachspielzeit im Parallelspiel beim SSV Jahn Regensburg noch einen 3:2-Sieg und damit den direkten Aufstieg geschafft – und die Party des HSV jäh beendet. Doch der alljährliche Favorit will sich nicht unterkriegen lassen.

«Wir haben auch noch eine Chance», sagte Kapitän Sebastian Schonlau. «Unsere Jungs haben so viel mitgemacht am Standort in Hamburg, sich sehr viel weiterentwickelt», ergänzte Sportvorstand Jonas Boldt. «Ich hoffe, dass wir uns einfach mal belohnen dafür.»

Christoph Lother, dpa
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