Dortmunds Erling Haaland steht nach fünf Spieltagen in der Bundesliga bereits bei sieben Treffern. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)

Was wäre Borussia Dortmund ohne Erling Haaland? So lange der Bundesliga-Topscorer trifft, wie er will, kann sich der BVB auch seine unnötigen Unkonzentriertheiten in der Defensive leisten.

Nach der nächsten Doppelpack-Gala des 21-Jährigen beim 4:2 (2:0) gegen Union Berlin schickte BVB-Trainer Marco Rose gleich eine Ansage an die Konkurrenz: «Wenn er die Qualität jetzt auch noch hat, dann Ui-Ui – dann viel Spaß an alle anderen, die noch auf uns warten.»

Vier von 47 Bundesligatoren per Kopf

Gemeint war Haalands neu entwickelte Stärke beim Kopfballspiel. Wie schon beim 4:3-Spektakel in der Vorwoche bei Bayer Leverkusen traf der Norweger auch gegen Union wieder per Kopf zum 2:0 (24. Minute). Es war indes erst sein viertes von nun 47 Bundesligatoren – in 48 Spielen – per Kopf. «Er hat viele Stärken und arbeitet sogar an seinen Schwächen», sagte Abwehrchef Mats Hummels dazu.

Noch grandioser war freilich Haalands Lupfer aus dem Lauf zum Endstand. Nur zwei Minuten, nachdem der lange harmlose Hauptstadt-Club aus einem 0:3 ein 2:3 gemacht hatte, beruhigte der Torjäger die Nerven der 25.000 Zuschauer, der Mitspieler und von Trainer Rose. «In diesem Tor war alles drin, was ihn auszeichnet als Spieler», sagte Rose nach dem Traumtor: «Das ist Wille, Qualität, da ist Einsatz.» Davor kapitulierte auch der Gegner. «Das ist die brutale Effektivität, sicher auch die Qualität», sagte Union-Keeper Andreas Luthe.

«Erling ist einfach eine Tor-Maschine»

Mit sieben Toren aus fünf Spielen liegt Haaland in der Torschützenliste der Bundesliga nun gleichauf mit Robert Lewandowski vom FC Bayern. Die Scorerliste führt er mit bereits elf Punkten schon deutlich an. «Erling ist einfach eine Tor-Maschine», sagte der beeindruckte Hummels und prophezeite: «Er wird die nächsten 15 Jahre durchgehend zu den drei weltbesten Stürmern gehören.»

Clubchef Hans-Joachim Watzke und Sportchef Michael Zorc dürften gerade mit Genugtuung Haalands Form zuschauen. Im Sommer hatten sie strikt darauf beharrt, den von sämtlichen europäischen Topclubs beäugten Norweger auch bei einem unmoralischen Angebot nicht abgeben zu wollen. Zum Glück für den neuen Trainer Rose und den BVB.

Denn ohne Haaland sähe es düster aus. Bereits elf Gegentore kassierten die Dortmunder in dieser Saison – viel zu viele für einen Club mit diesen Ambitionen. Zum Vergleich: Der FC Bayern, mit dem der BVB sich so gerne messen würde, liegt nur einen Punkt vor den Westfalen, hat aber nur vier Gegentore zugelassen. Ohne Haalands Tore hätte Dortmund aus den vergangenen drei Spielen nur drei statt neun Punkte geholt. «Wir haben es wieder unnötig spannend gemacht. Daran müssen wir schleunigst arbeiten», kritisierte Kapitän Marco Reus. «Auf Dauer kannst du das nicht durchhalten.» Vorerst spielt Haaland aber weiter in Dortmund und macht den Unterschied.

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