Dortmunds Erling Haaland erzielt per Kopfball das 2:0. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)

Eingepackt in einer schwarzen BVB-Jacke stapfte Erling Haaland über den Rasen, richtig glücklich schaute der Torgarant trotz seines Doppelpacks aber nicht drein.

Denn nur mit großer Mühe hat Borussia Dortmund zurück auf Erfolgskurs gefunden und den Sechs-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern gewahrt.

Nach zuletzt zwei Bundesliga-Spielen mit nur einem Punkt wurde der Tabellenzweite beim glanzlosen 3:0 (1:0) über das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth seiner Favoritenrolle nur bedingt gerecht.

Stürmerstar Haaland trifft doppelt

Vor 15.000 Zuschauern im Signal Iduna Park war wieder einmal Haaland mit zwei Treffern (33./Handelfmeter und 82.) am Mittwoch der entscheidende Mann beim schmucklosem Pflichtsieg. «Er ist ein kompletter Stürmer. Der kann alles. Das ist ein Topstürmer. Es macht Spaß gegen ihn zu spielen», lobte Gegenspieler Maximilian Bauer beim TV-Sender Sky die norwegische Tormaschine. Den dritten Treffer erzielte Donyell Malen (89.). Damit blieb Dortmund erstmals in dieser Bundesliga-Saison ohne Gegentor.

«Es war wichtig, nach den letzten beiden Spielen wieder drei Punkte zu holen. Über die Art und Weise kann man diskutieren. Aber hauptsache drei Punkte», sagte BVB-Keeper Gregor Kobel und schwärmte von Haaland: «Über die Qualität von ihm weiß jeder Bescheid. Es ist schön, wenn man so einen vorne hat. Er soll weiter so Gas geben und Tore schießen.»

Bei den Fürthern, die auswärts weiter ohne Punkt sind, war unterdessen der Ärger über Schiedsrichter Daniel Schlager groß. Weniger wegen des Elfmeters, als vielmehr über einen harten Zweikampf des bereits verwarnten BVB-Youngsters Jude Bellingham, der ohne Konsequenzen blieb. «Wir wären vom Platz geflogen. Da kann ich ihnen Brief und Siegel geben. Wenn das ein blauer Spieler gewesen wäre, wäre er weg gewesen», schimpfte Sportdirektor Rachid Azzouzi und Trainer Stefan Leitl sah wegen Meckerns die Gelbe Karte. «Das ist bodenlos. Leck mich …», schimpfte Leitl beim Gang in die Kabine zur Pause.

Großer Ärger bei Fürther Sportdirektor

Azzouzi sprach gar von einer generellen Ungleichbehandlung der Referees: «Ich glaube schon, auch wenn ich von den Schiedsrichtern gesteinigt werde, dass es unterbewusst so ist, wenn du dir gegen Dortmund einen Fehler erlaubst, dann gibt es Theater. Wenn dir gegen Fürth ein Fehler passiert, dann redet in drei Stunden keiner mehr drüber.»

Der Ärger war verständlich, zumal die Fürther ein richtig gutes Auswärtsspiel machten – kein Vergleich etwa zum 1:7 in Leverkusen. Sehr couragiert und immer mit dem Bestreben, dem BVB spielerisch beizukommen, versteckte sich der Außenseiter keineswegs.

Was fehlte, war die Cleverness bei den Gästen. Denn Chancen waren durchaus da. So ließ Jamie Leweling in guter Position Thomas Meunier aussteigen, einen richtigen Abschluss brachte er nicht mehr zustande (14.). Beim Schuss von Paul Seguin aus spitzem Winkel war BVB-Keeper Gregor Kobel zur Stelle (29.). Und als Cedric Itten Richtung BVB-Tor lief, wäre ein Querpass anstelle eines Torschusses die bessere Wahl gewesen (38.).

Und der BVB? Natürlich waren die Schwarz-Gelben das dominantere und fußballerisch bessere Team. Doch es bedurfte schon eines Elfmeters, um in Führung zu gehen. Bei einem wuchtigen Schuss von Haaland hatte Maximilian Bauer mit abgespreiztem Arm seine Körperfläche vergrößert. Dieses Mal dürfte der BVB mal glücklich gewesen sein, dass sich der Video-Schiedsrichter aus dem Kölner Keller meldete. Haaland ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen. Ansonsten prüfte Marco Reus noch Gäste-Keeper Sascha Burchert mit einem Freistoß (44.), mehr war im ersten Durchgang nicht von den Schwarz-Gelben zu sehen.

Gleiches Bild auch im zweiten Durchgang. Die Fürther wurden immer mutiger, waren aber auch im Umgang mit ihren Kontergelegenheiten viel zu verschwenderisch. Entsprechend wurde die Unruhe im Publikum immer größer. Mitte der zweiten Hälfte bekundeten die Fans den faden Auftritt der Borussia mit Pfiffen.

Aber der BVB hatte ja noch Haaland. Nach einer Flanke war der Norweger per Kopf erfolgreich und erzielte sein 13. Saisontor. Danach machte Malen alles klar.

Von Heinz Büse und Stefan Tabeling, dpa
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