Bundestrainer Hansi Flick trifft mit seinem Team auf Rumänien und Nordmazedonien. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Vor der eigenen Umsetzung des Sechs-Punkte-Plans in der WM-Qualifikation gegen Rumänien und Nordmazedonien wollte sich Hansi Flick noch einmal von seinem Bayern-Block inspirieren lassen.

Bevor der Bundestrainer am Montag die Fußball-Nationalmannschaft in Hamburg versammelt, wollte er in München Bundesliga-Primus FC Bayern noch einmal im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt beobachten.

Zwei Siege im Idealfall

Die acht Meisterkicker Neuer, Süle, Kimmich, Goretzka, Müller, Gnabry, Sané und Musiala werden auch überwiegend Hauptrollen spielen, wenn die DFB-Auswahl am Freitag im Volksparkstadion gegen Rumänien und drei Tage später in Skopje gegen Nordmazedonien antritt. Mit zwei weiteren Siegen könnte Flick dann im Idealfall schon vorzeitig als Gruppenerster das Ticket zur WM-Endrunde 2022 in Katar lösen.

«Ich freue mich zu sehen, wie die Mannschaft Fußball spielt und wie die Spieler in Form sind», sagte Flick der Deutschen Presse-Agentur zur herausragenden Verfassung seines Ex-Clubs FC Bayern in der ersten Phase der Saison. Er ist nun als Nationaltrainer ein Profiteur davon. «Ich freue mich für Deutschland, weil es positiv ist», sagte Flick.

Nach dem Neun-Punkte-Start gegen Liechtenstein (2:0), Armenien (6:0) und Island (4:0) hat Flick den Kader nur geringfügig verändert. Das neue Konstrukt soll sich weiter finden, Leistung wird belohnt. Neu hinzugekommen sind allein Torwart Marc-André ter Stegen, der sich auch unter Flick mit dem Nummer-2-Status hinter Kapitän Manuel Neuer begnügen muss, sowie der Gladbacher Defensivakteur Matthias Ginter.

Flicks Ziel: «Weltspitze»

Flicks kurzfristiges Ziel ist klar. «Wir wollen den Vorsprung von vier Punkten ausbauen und uns so schnell wie möglich für die WM qualifizieren.» Mittelfristig peilt der 56-Jährige Größeres an, wie er im «Kicker»-Interview sagte: «Wir wollen wieder dahin kommen, wo wir einmal waren, in die Weltspitze, an die Weltspitze.»

Flick gibt für den zweiten Lehrgang unter seiner Leitung ein neues Arbeitsziel vor, das er in einer einprägsamen Parole so formuliert: «Eine gute Mannschaft spielt miteinander, eine Top-Mannschaft spielt füreinander. Das sind die Elemente, die wir brauchen.»

Flick will ein Kollektiv formen, das ganz eng zusammensteht und ein Signal nach draußen sendet, auch an die Fans. Es lautet: «Hey, wir geben alles für dieses Team, für Deutschland! Das muss man spüren.» Das war es auch bei den ersten Flick-Partien nach der viel zu früh beendeten EM im Sommer. «Wir haben im September die ersten guten Schritte gemacht. Jetzt geht es darum, den Weg so weiterzugehen.»

Vorgänger loben Flick

Mit großem Wohlwollen verfolgen Flicks Vorgänger im Bundestraineramt den Neubeginn unter seiner Regie. «Hansi Flick als Bundestrainer – das passt», äußert Franz Beckenbauer, der Weltmeister-Teamchef von 1990, im neuen «DFB-Journal». «Die Nationalmannschaft ist bei ihm in den besten Händen», urteilt dort Flicks Vorgänger Joachim Löw.

«Mit Hansi Flick hat man die Toplösung für diese wichtige Position gefunden», glaubt Rudi Völler, der die Nationalelf 2002 als Teamchef ins WM-Finale führte. Jürgen Klinsmann formuliert, was sich viele Fans von Flick erhoffen, nachdem dieser als Bayern-Coach alle Titel abräumen konnte. «Wir Deutschen haben sicherlich den Traum und das Ziel, bald wieder Weltmeister zu werden», äußerte der Bundestrainer der Heim-Weltmeisterschaft 2006 mit Blick auf Katar 2022.

Von Klaus Bergmann, dpa
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