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Ryan Gravenberch ist eines dieser Talente, denen ihr Ruf schon lange voraus eilt. Schon mit 16 Jahren debütierte er in der Eredivisie. Als die niederländische U17 die Europameisterschaft gewann, spielte er nicht in dem eigentlich für ihn vorgesehenen Jahrgang, sondern bereits in der U19. 

Seit Jahresbeginn 2020 ist er nicht mehr aus der Ajax-Startelf wegzudenken. Zwei Spiele verpasste er diese Saison aufgrund einer Corona-Infektion, sonst startete er in jeder Eredivisie- und Champions-League-Partie. 

Dennoch ist Gravenberch kein Spieler, dessen Highlights und Compilations in den sozialen Netzwerken rauf- und runterlaufen. Woran liegt das? Was sagt das über das Talent aus dem zentralen Mittelfeld aus? Wird er seinem Ruf gerecht? 

Um die erste Frage zu beantworten: Gravenberch ist auf den ersten Blick kein spektakulärer Spieler. Allerdings gibt es kaum Spieler, die im Alter von 19 Jahren schon so viele grundlegende Fähigkeiten auf so einem hohen Niveau beherrschen. 

Seine Fähigkeiten

Am meisten sticht dabei heraus, wie oft er es schafft, sich auch unter Druck aufzudrehen. Seine Vororientierung ist exzellent, durch viele Schulterblicke ist er sich stets seiner direkten Umgebung bewusst. Wird er angespielt, nutzt er verschiedene Optionen, um ins Aufdrehen zu kommen. 

Ihm hilft dabei sein körperliches Profil. Er ist 1,90 Meter groß, schirmt den Ball gut ab und behauptet so, in Verbindung mit einer engen Ballführung, den Ball auch bei Gegnerkontakt. Er behauptet das Spielgerät aber nicht nur, sondern schafft es auch, sich aus dem Druck zu lösen und eine progressive Lösung zu finden. 

Hat sein Gegenspieler noch keinen Körperkontakt, verhindert der Niederländer diesen zumeist auf sehr intelligente Weise. Für seine Größe hat er einen schnellen ersten Schritt, ist zudem sehr beweglich. So kann er seine Körperstellung und Orientierung in Sekundenbruchteilen anpassen. 

Aufgrund dieser Fähigkeiten fintiert Gravenberch häufig. Er täuscht zum Beispiel eine Bewegung an, nur um im nächsten Moment eine komplett andere zu starten oder schaut in eine Richtung, nur um sich dann in die entgegengesetzte zu bewegen. Der Effekt ist derselbe: Er bricht das gegnerische Pressing, kreiert Dynamik und vor allem viel freien Raum. 

Ein echter Teamplayer

Wenn Gravenberch in Blickrichtung zum gegnerischen Tor kommt, agiert er balltreibend und schreitet schnellen Schrittes nach vorn bis er genügend Gegenspieler gebunden hat, um den Ball dann sicher weiterzugeben. 

Gravenberchs Passspiel ist nicht sonderlich kreativ aber in den meisten Fällen hat er zum Zeitpunkt der Ballabgabe schon so viel Fokus auf sich gezogen, und so Räume und Dynamik auf dem restlichen Platz kreiert, dass die Mitspieler diese Vorteile anschließend gut ausspielen können. 

Dies macht den jungen Niederländer zu einem sehr modernen Spieler. Je besser das Team, in dem er spielt und je ausgereifter das Positionsspiel, desto mehr werden Gravenberchs Fähigkeiten seiner Mannschaft helfen. 

Die Art und Weise, wie er Raum und Dynamik kreiert, ist subtil. Er beherrscht diese Manipulation von Raum, Gegner und Dynamik – absolut essentielle Fähigkeiten im modernen Fußball – wie kein Zweiter in seiner Altersklasse.

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