Die Wolfsburgerinnen feiern den achten Pokalsieg in Serie. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Fabian Strauch/dpa)

Die Wolfsburger Fußballerinnen zogen sich ihre weißen Pokalsiegshirts über und läuteten zu Kölner Karnevalsmusik die vermutlich lange Party ein. Schon wieder!

Dank des deutlichen 4:0 (3:0) im Pokal-Finale gegen Turbine Potsdam machte das VfL-Team von Trainer Tommy Stroot das Double perfekt und egalisierte den bisherigen Rekord des 1. FFC Frankfurt mit insgesamt neun Titeln in diesem Wettbewerb. «Man muss irgendwann auch heiser sein und erst im Hellen nach Hause gehen. Das ziehen wir auch heute so durch», sagte Torhüterin Almuth Schult bei Sky, die einen emotionalen Abschied feierte.

Die 31-Jährige, die zur kommenden Saison in die USA wechselt, genoss die Party in den Reihen ihre Teamkolleginnen sichtlich. «Das bedeutet sehr, sehr viel. Diese Mannschaft hat gezeigt, was diese Saison möglich war», sagte Schult. «Man muss das alles mitnehmen.»

«Wir schreiben die Geschichte weiter»

Vor 17.531 Zuschauern in Köln sorgten Ewa Pajor (11./33.), Jill Roord (42.) und Dominique Janssen (69.) für den achten Pokaltriumph der Norddeutschen in Serie. «Das ist ein wunderschönes Gefühl», sagte Pajor in der ARD. «Wir schreiben die Geschichte weiter.» Stroot fügte an: «Wir sind in der Rückrunde in einen Flow gekommen, der so nicht planbar war.» Das Team werde «den Abend richtig genießen».

Dagegen muss Turbine Potsdam weiter auf den ersten großen Erfolg seit der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2012 warten. «Wir sind alle sehr enttäuscht. Ich muss sagen, dass ich so ein hohes Ergebnis nicht erwartet habe. Wir sind sehr traurig», sagte Potsdams Sara Agrež bei Sky. Ihr Trainer Sofian Chahed äußerte in der ARD: «Am Ende hat die Erfahrung gesiegt.»

Sechstes Double seit 2013

Anders als in diversen Endspielen der vergangenen Jahre an gleicher Stätte mit Verlängerungen und Elfmeterschießen blieb den Wolfsburgerinnen diesmal der Nervenkitzel erspart. Wie schon in den beiden Bundesligaspielen gegen Potsdam mit zwei 3:0-Siegen entpuppte sich der Titelverteidiger erneut als die bessere Mannschaft und sicherte sich mit dem 40. Sieg in einem Pokalspiel nacheinander das sechste Double nach 2013, 2017, 2018, 2019, 2020.

Wie erwartet, übernahm der VfL von Beginn an die Regie. Doch die erste gute Chance hatte der Underdog aus Potsdam bei einem sehenswerten Konter. Nach einem Pass von Maria Plattner tauchte Karen Holmgaard (8.) frei vor dem Wolfsburger Tor auf, wurde aber im letzten Moment geblockt.

Pajor nutzt erste Chance zur Führung

Im Gegensatz zum Gegner nutzte der Seriensieger der vergangenen Jahre gleich die erste Möglichkeit zur Führung. Eine Ecke von Felicitas Rauch beförderte Pajor per Kopf ins lange Eck und ließ Turbine-Torfrau Anna Wellmann dabei keine Chance.

Potsdam setzte weiter auf schnelles Umschaltspiel, ließ es aber zumeist beim letzten Pass an Präzision vermissen. Diese Harmlosigkeit sollte sich schon wenig später rächen. Beflügelt durch die Führung erspielte sich Wolfsburg weitere Feldvorteile und näherte sich dem Turbine-Tor mehr und mehr an. So vergab die starke Svenja Huth bei ihrem unplatzierten Schuss aus 12 Metern das mögliche 2:0 (25.).

Roord sorgt vor der Pause für Entscheidung

Und doch sorgte der VfL noch vor der Pause für klare Verhältnisse. Erneut war Pajor nach einer Flanke von Lynn Wilms per Kopf zur Stelle und beförderte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Als dann auch noch Roord mit einem Schuss aus elf Metern traf, war die Partie früh entschieden.

«Der VfL Wolfsburg ist sicherlich als Favorit ins Rennen gegangen und ist vor allen Dingen gegen Ende der 1. Halbzeit dieser Favoritenrolle gerecht geworden. Mit diesem 0:3 wird es schwer für Potsdam», kommentierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Halbzeit bei Sky als Tribünengast das einseitige Finale.

Erst nach Wiederanpfiff wurde Schult erstmals geprüft, als sie einen Kopfball von Holmgaard (51.) gekonnt parierte. Obwohl der Underdog aus Potsdam nun mutiger auftrat, geriet der Wolfsburger Sieg nie in Gefahr. Mit einem abgefälschten Freistoß aus 18 Metern beseitigte Janssen die letzten Zweifel.

Von Heinz Büse, dpa
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