Gibt in Wiesbaden sein Pflichtspiel-Einstand als BVB-Coach: Marco Rose. (Urheber/Quelle/Verbreiter: David Inderlied/dpa)

Eine holprige Vorbereitung, ungewöhnlich viele Ausfälle und ein später Corona-Alarm – Borussia Dortmund startet mit einigen Unwägbarkeiten in die Saison.

Das Pflichtspieldebüt des neuen Trainers Marco Rose im DFB-Pokal am Samstag (20.45 Uhr/Sky) beim Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden könnte deshalb zum Balanceakt werden. Trotz der vielen Handicaps verspürt der ehemalige Gladbach-Trainer wie gewohnt wenig Lust auf Understatement. «Wir sind Borussia Dortmund und müssen die Favoritenrolle annehmen. Wenn du den Titel gewonnen hast, sollte das Lust auf mehr machen», sagte er mit Bezug auf den Pokal-Finalsieg des Revierclubs im Mai über RB Leipzig.

«Wir wollen nicht jammern»

Von einem sorgenfreien Einstieg konnte für Rose wahrlich keine Rede sein. Nicht nur die verspätete Rückkehr der vielen EM-Teilnehmer, sondern auch die hohe Zahl an verletzten Profis zwangen in den ersten Wochen zur Improvisation. Die Corona-Fälle Julian Brandt und Thomas Meunier wenige Tage vor dem Saisonstart komplettierten das Bild von einer kniffligen Vorbereitung. Dennoch sieht Rose keinen Grund, die Partie beim bereits eingespielten Drittligisten vorsichtiger anzugehen: «Wir wollen wir sein. In den vergangenen Wochen haben wir uns etwas erarbeitet, für das wir stehen wollen. Wir wollen nicht jammern, sondern in die nächste Runde.»

Zur Erleichterung aller Beteiligten blieben dem BVB weitere schlechte Nachrichten kurz vor der Partie erspart. Denn die PCR-Tests beim restlichen Team am Donnerstag fielen allesamt negativ aus. Damit konnte die Vorbereitung ohne weitere Einschränkungen fortgesetzt werden. Dass Rose trotz der vielen Störgeräusche gelassen blieb, nötigte Michael Zorc Respekt ab. «Der Trainer ist im Moment nicht zu beneiden. Er macht das sehr gut und sieht immer das Positive», lobte der BVB-Sportdirektor im «Kicker».

Personalnot in der Abwehr

Neben Brandt und Meunier muss Rose noch auf die angeschlagenen EM-Teilnehmer Mats Hummels, Raphael Guerreiro und Emre Can sowie auf die Langzeitverletzten Dan-Axel Zagadou, Soumaila Coulibaly, Mateu Morey und Marius Wolf verzichten. Vor allem in der Abwehr ist die Not groß. Deshalb sollen die U23-Spieler Antonios Papadopoulos und Lennard Maloney auch in Wiesbaden aushelfen.

Angesichts der vielen Ausfälle plant Rose auch mit einigen erst vor wenigen Tagen in die Vorbereitung eingestiegenen EM-Teilnehmern wie Axel Witsel, Thorgan Hazard oder Jude Bellingham: «Wir müssen in unserer Konstellation schauen, wen können wir ein bisschen eher ins kalte Wasser werfen. Dabei müssen wir aber darauf achten, dass es nicht too much wird.»

Darüber hinaus dürfte auch der 30 Millionen Euro teure Neuzugang Donyell Malen (PSV Eindhoven) nach nur knapp zweiwöchiger Eingewöhnungszeit im Kader stehen. «Man kann davon ausgehen, dass er dabei ist. Er hat noch ein bisschen Nachholbedarf, was die grundsätzliche Fitness betrifft. Aber man hat schnell gesehen, was für ein hervorragender Fußballer er ist», kommentierte Rose.

Liebend gern würde der Dortmunder Bundesligist im kommenden Frühling wieder eine ähnliche Party in Berlin feiern wie im Mai. «Aber es bringt dir nichts mehr, darüber zu erzählen, wenn du nicht die Gier umsetzt, es wieder schaffen zu wollen», sagte Rose. Wohlweislich warnte der 44-Jährige, der im Pokal mit Gladbach zweimal am BVB gescheitert war: «Es geht wieder von Null los. Möglicherweise wittert Wiesbaden eine Chance, uns zu erwischen. Wir werden ein hohes Maß an Gegenwehr erleben.»

Von Heinz Büse, dpa
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