Die Frauen des FC Bayern München wollen die Wachablösung. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Swen Pförtner/dpa/Archivbild)

Im DFB-Pokal hat es noch nicht funktioniert, den wichtigeren Titel wollen sich die Fußballerinnen des FC Bayern München aber nicht mehr aus der Hand nehmen lassen.

Am Sonntag entscheidet sich im Fernduell, ob die Münchnerinnen erstmals seit 2016 wieder den VfL Wolfsburg entthronen können. Dazu reicht dem Team von Trainer Jens Scheuer im Heimspiel gegen Pokalfinalist Eintracht Frankfurt (14.00 Uhr/MagentaSport, Eurosport Livestream) ein Unentschieden. Titelverteidiger Wolfsburg spielt zur gleichen Zeit (MagentaSport) gegen Werder Bremen.

In München glaubt niemand mehr daran, dass noch etwas schiefgehen könnte. Zu stark waren die Bayern-Frauen im Saisonverlauf. Spätestens mit dem 1:1 in Wolfsburg galt die Meisterschaft als entschieden. Scheuer jedenfalls schaut erst gar nicht gen Wolfsburg. «Wir haben es selbst in der Hand. Das Vertrauen in meine Mannschaft ist grenzenlos», betonte der Coach, für den es der erste große Erfolg seiner Karriere sein würde.

Wolfsburg hofft auf Ausrutscher

Im Gegensatz zu seinem VfL-Kollegen Stephan Lerch. Der verlässt nach der Partie gemeinsam mit sechs wertvollen Spielerinnen den Verein. Mit dem Pokalsieg machte ihm die Mannschaft am vergangenen Sonntag noch ein großes Abschiedsgeschenk. «Ich habe schon ein paar Abschiedsworte an die Mannschaft gerichtet, dann können wir uns ab Samstag noch mal voll und ganz auf Bremen konzentrieren», sagte Lerch.

So ganz will er die Meisterschaft aber noch nicht abschreiben. «Ich hoffe darauf, dass sich Frankfurt noch mal reinhängt und so schätze ich die Mannschaft auch ein. Wir müssen auch realistisch sein. So wie sich der FC Bayern in den letzten Wochen und Monaten präsentiert hat, ist es nur noch eine kleine Chance, die übrig bleibt. Ich traue es Frankfurt definitiv zu, dass sie Bayern ärgern können. Wie lange und wie gut, das wird man am Ende des Tages sehen», sagte der Erfolgstrainer.

Einmal ganz oben stehen

Große Feierlichkeiten und Abschiedspartys wird es hier und dort nicht geben. Die Corona-Auflagen verbieten es. In München werden wohl maximal 150 Zuschauer im Stadion auf dem Bayern-Campus dabei sein. Darunter prozentual die meisten aus dem Umfeld von Simone Laudehr. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin steht zum letzten Mal auf dem Rasen, beendet danach mit 34 Jahren ihre Karriere. Und hat ein großes Ziel: Meisterin werden.

«Ich war immer Zweite», sagte Laudehr und kennt auch die Tücken des letzten Spieltages. «2014 wurden wir im letzten Spiel noch abgefangen. Das habe ich den Mädels auch gesagt. Sie denken darüber nach, aber sie sind heiß auf die Schale», sagte Laudehr, die sich noch etwas Einsatzzeit wünscht. «Über 80 oder 90 Minuten geht es sowieso nicht mehr.» Scheuer wird ihr das Abschiedsgeschenk machen, hält er doch große Stücke auf Laudehr. «Sie wird eine große Lücke hinterlassen.»

Von Gerald Fritsche, dpa
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